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„Unternehmertum ist mehr als nur ökonomisches Interesse“

David Dekorsi ist 24 Jahre alt und neuer Geschäftsführer des BKU. Sein ungewöhnlicher Werdegang erklärt den frühen Aufstieg im Verband.
David Dekorsi
Foto: BKU | Bereits mit 15 Jahren hat David Dekorsi ein Studium begonnen. Im Februar hat er Hans-Peter Meinhardt als Geschäftsführer des BKU abgelöst.

Wer David Dekorsi gegenübersitzt, merkt schnell: Hier spricht jemand, der Tempo gewohnt ist. Der neue Geschäftsführer des Bund Katholischer Unternehmer (BKU) trägt längeres Haar, einen sorgfältig getrimmten Bart und blickt mit wachen, ausdrucksstarken Augen auf sein Gegenüber. Erst 24 Jahre alt ist er – und wirkt doch erstaunlich routiniert. Für seine neue Aufgabe bringt er bereits eine ungewöhnlich breite Mischung aus Medien-, Verbands- und politischer Erfahrung mit.

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Zum 1. Februar 2026 hat Dekorsi die Geschäftsführung des BKU übernommen. Der Verband versteht sich als Stimme christlicher Unternehmerinnen und Unternehmer im gesellschaftlichen Diskurs. Genau dort sieht auch der neue Geschäftsführer seine Rolle: als Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. „Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es unternehmerische Verantwortung, die über rein ökonomische Fragen hinausgeht“, sagt Dekorsi.

Der BKU könne hier Orientierung geben und Impulse in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatten setzen. Sein beruflicher Weg führte ihn zuletzt in die Medienbranche. Beim Berliner Medienhaus Table.Media arbeitete er als Director Publishing und wirkte an der strategischen Weiterentwicklung des Hauses mit. Zuvor verantwortete er die Public Affairs des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) und sammelte im politischen Berlin Erfahrung in Interessenvertretung und Verbandsarbeit.

Politische Prozesse kennt Dekorsi allerdings schon länger – sowohl theoretisch als auch praktisch. Bereits im Alter von 15 Jahren begann er ein Frühstudium der Politikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Während der Schulzeit war er Bezirksschülersprecher und arbeitete in der Landesschülervertretung.

Später engagierte er sich bei den Jungen Liberalen, unter anderem als Kreisvorsitzender im Rhein-Sieg-Kreis, und Mitglied des Jugendlandtag Nordrhein-Westfalen. Politik, Netzwerke und politische Kommunikation lernte er somit früh aus nächster Nähe kennen.

Leistungsbereitschaft in christlicher Verantwortung

Parallel dazu war er in christlichen Netzwerken aktiv. Dekorsi stand an der Spitze des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV), der mehr als 27.000 Mitglieder zählt, und engagiert sich im Vorstand des Kongresses Christlicher Führungskräfte (KCF). Für den BKU-Vorsitzenden Dr. Martin Nebeling bringt der neue Geschäftsführer damit genau jene Mischung mit, die der Verband sucht: Erfahrung im politischen Betrieb, in der Verbandsführung und ein breites christliches Netzwerk. Zugleich stehe Dekorsi persönlich für das Leitbild des BKU – Leistungsbereitschaft in christlicher Verantwortung.

Eine zentrale Herausforderung sieht der neue Geschäftsführer derweil im Inneren des Verbands. Wie viele katholische Verbände, kämpft auch der BKU mit stagnierenden Mitgliederzahlen und einem vergleichsweise hohen Durchschnittsalter der Mitglieder. Dekorsi spricht dies offen an: „Der BKU lebt von engagierten, dynamischen, werteorientierten Unternehmerpersönlichkeiten. Wenn wir auch künftig relevant bleiben wollen, müssen wir gezielt neue Mitglieder gewinnen und insbesondere jüngere Unternehmer ansprechen“, sagt er.

Eine Mitgliedergewinnungs-Offensive soll deshalb neue Dynamik bringen. Einen ersten Schritt setzte Dekorsi unmittelbar nach Amtsübernahme: Er führte einen papierlosen, digitalen Mitgliedsantrag ein. Der Beitritt zum Verband soll damit deutlich einfacher werden – ein kleines Detail, das nicht nur symbolisch für eine modernere und offenere Verbandsarbeit steht.

Auf den ersten Blick überraschend

Dass ein 24-Jähriger eine solche Aufgabe übernimmt, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch Dekorsis Werdegang zeigt, dass er großes Talent besitzt und früh Verantwortung übernommen hat – in Medien, Politik und Verbandsarbeit ebenso wie in großen Netzwerken.

Dekorsi folgt auf Hans-Peter Meinhardt, dem der Verband für seinen prägenden Einsatz in den vergangenen Jahren herzlich dankt. Meinhardt stellte den BKU personell und räumlich neu auf, verschaffte ihm eine neue Online-Präsenz und initiierte erfolgreiche digitale Formate wie die „BKU-Abendgespräche“. Eine Grundlage, auf der Dekorsi nun übergangslos aufbauen möchte.

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Für den jungen Geschäftsführer beginnt somit eine Aufgabe, die größer ist als eine klassische Verbandsverwaltung: Unternehmertum als wirtschaftliche Kraft – und zugleich als gesellschaftliche Verantwortung - sichtbar zu machen.


Der Autor ist Psychologe und Mitglied des BKU.

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