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Ikone des Widerstands?

Der 15-jährige Jakub Baryla wird in Polen als Verteidiger des katholischen Glaubens gefeiert.
Jakub Baryla
Foto: IN | Dann trug die Polizei den katholischen Teenager weg.

Das Jahr 2019 wird in die polnische Geschichte vermutlich als das Jahr eingehen, in dem in größeren und kleineren Städten des Landes auffällig viele „LGBT“–Märsche stattfanden. Doch die Person, die man damit verbinden wird, war kein Mitläufer, sondern ein Jugendlicher, der sich den Regenbogen-Demonstranten mit einem Kruzifix in der Hand entgegenstellte – ein 15-jähriger Teenager aus der nordwestlich von Warschau gelegenen Stadt Plock, wo im Sommer auch demonstriert wurde. Sein Name: Jakub Baryla.

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In ganz Polen kennt man den Teenager nun

Dem Teenager mit der poppigen Frisur und der sportlichen Kleidung gelang, was die LGBT-Aktivisten eigentlich für ihre Agenda beabsichtigten: ins Gespräch zu kommen, bekannt und populär zu werden. Dabei war Barylas Handlung, seinen eigenen Worten nach, spontan. Er sah die Demonstranten, entdeckte unter ihnen ein „blasphemisches“ Muttergottesbild mit Regenbogenfarben. In der nächstgelegenen Kirche borgte Baryla sich mit Erlaubnis des Priesters ein Kruzifix. Mit diesem in der Hand, emporgereckt wie es einst der legendäre Priester Ignacy Skorupka tat, als er im Jahr 1920 bei der Schlacht um Warschau den von Osten anrückenden Bolschewisten entgegentrat, stellte sich der Teenager den LGBT-Aktivisten entgegen.

Ein Foto, das um die Welt ging. Nicht nur mit guten Konnotationen. Das Klischee vom katholisch-nationalistisch-homophoben Polen – da war es wieder, aus Sicht der Kritiker. Doch für den Gymnasiasten, der – wie er sagt –, Priester werden möchte, war es ein Wendepunkt. Diverse Auftritte und Interviews hat Baryla inzwischen absolviert. Für viele Katholiken – auch solche, die nicht seinen persönlichen, sehr traditions-orientierten Frömmigkeitsstil teilen – ist der Junge ein Hoffnungsträger, eine Ikone des katholischen Widerstands. Auch wenn allmählich eine Übersättigung festzustellen ist. Auf seinem Twitter-Account ist die Zahl der Likes deutlich abgeflaut. Man kann es auch übertreiben mit der Selbstvermarktung.

Keine generelle Verdammung Homosexueller

Dennoch manifestiert sich in Jakub Baryla eine in Polen weit verbreitete Jugend-Kultur. Die jungen Leute, die zum Teil – wie auch Baryla – aus linksliberalen Elternhäusern stammen, scheinen die Nase voll zu haben von den liberalen Werten des Westens, die durch bestimmte Medien und Bewegungen propagiert werden. Sie spüren, dass etwas Großes, Ungutes im Gange sein könnte, das auf die Freiheit und Würde des Menschen zielt und den Katholizismus als Feind betrachtet. Jakub Baryla hat keine Zweifel daran, dass ihn Gott bei seinem Widerstands-Akt geführt hat. Doch es war seine freie Entscheidung. Dass es ihm dabei nicht um die generelle Verdammung Homosexueller ging, betont der Junge.

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