Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neue Studie

Getötet, nicht gestorben

Eine neue Studie zu Patiententötungen in Kliniken und Heimen offenbart entsetzliche Missstände im Gesundheitssystem.
Obduktion
Foto: Adobe stock | An Orten, in denen Menschen geholfen werden soll, rechnet offenbar kaum jemand mit Tötungsdselikten.

Sterben und Tod gehören in Kliniken und Heimen zum Alltag. Das erschwert es, Patiententötungen früh zu entdecken. Hinzu kommt: Obwohl Tötungsmittel in Einrichtungen des Gesundheitswesens für die Täter besonders leicht zugänglich sind, rechnet an Orten, in denen Menschen geholfen werden soll, offenbar kaum jemand mit derartigen Verbrechen. Das ist jedoch naiv, wie die Ergebnisse einer jetzt erschienenen Studie zeigen.

Mindestens 205 Patienten als Opfer

Für die in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ erschienene Studie hat der deutsche Psychiater Karl-Heinz Beine zwölf juristisch aufgearbeitete und mit einem Urteil abgeschlossene Tötungsserien in Krankenhäusern und Heimen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, denen mindestens 205 Patienten zum Opfer fielen, minutiös untersucht. Die tatsächliche Zahl der Getöteten dürfte noch weit höher liegen.

Lesen Sie auch:

Alle 17 Täter wurden psychiatrisch begutachtet. Bei 15 wurde eine uneingeschränkte Schuldfähigkeit festgestellt. Nur zwei wurden als vermindert schuldfähig eingestuft. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass viele der Patiententötungen hätten verhindert werden können, wenn Warnsignale rechtzeitig erkannt und ihnen nachgegangen worden wäre.  DT/reh

Welche das sind und was daraus für die Zukunft folgen müsste, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“ im Ressort „Glauben & Wissen“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Gesundheitssystem

Weitere Artikel

Das amerikanische Leihmutterschaftskind, um das seit Wochen ein Rechtsstreit tobt, wurde gestern in Dallas geboren. Nun kann es wegen seines angeborenen Herzfehlers behandelt werden.
13.08.2026, 14 Uhr
Stefan Rehder
Ein Papier der deutschen Bischöfe zur sexuellen Vielfalt in Schulen sorgt für Diskussionen. Ihre US-Kollegen dagegen beschließen Leitlinien gegen Geschlechtsumwandlungen.
13.11.2025, 18 Uhr
Meldung

Kirche

Künstliche Intelligenz kann Daten verarbeiten, aber keine Verantwortung übernehmen. Papst Leo XIV. verteidigte in „Magnifica Humanitas“ die menschliche Urteilskraft.
01.11.2026, 09 Uhr
Christoph Fehring
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke