Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Marx-Lektüre

Der Rassist Karl Marx?

Anderen historischen Figuren brachen sie das Genick: Doch antisemitische oder rassistische Äußerungen sind am Vater des Kommunismus bis heute abgeperlt.
Karl-Marx-Statue in Trier
Foto: Peter Schickert via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Lässt sich nur schwer vom Sockel stoßen: Karl Marx hinterlässt eine Reihe antisemitischer und rassistischer Äußerungen.

„Diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft“, schreibt Karl Marx an Friedrich Engels über den Sozialisten Ferdinand Lassalle. Diese Zeilen sind Teil eines Briefes, den eine Wiener Petition 2020 anführte, um den Karl-Marx-Hof umzubenennen: Nur 25 Unterschriften kamen am Ende zusammen. In einer zweiteiligen Miniserie für die „Tagespost“ analysiert Autorin Cornelia Kaminski die blinden Flecken der deutschen Marx-Rezeption nach.

Lesen Sie auch:

Kein „kommunistischer Tugendbold“

Besonders schwer wiegen antisemitische Passagen aufgrund Marx‘ Familiengeschichte – er selbst entstammt jüdischen Familien, die zum Christentum konvertiert waren. Doch trotzdem erweist sich Marx in der deutschen Rezeption als nur schwer anzutasten. 2009 erschienen Passagen aus seinen Briefen als Hörbuch. „Sie waren nie für die Öffentlichkeit gedacht, aber umso mehr amüsieren und gruseln sie den Zuhörer“, heißt es in der Beschreibung von Amazon. Laut Kaminski ist man im Ausland schon weiter. Bereits in den 60ern schrieb Marx-Biograf Robert Payne, dass Marx „weit davon entfernt“ sei, ein „kommunistischer Tugendbold“ zu sein. DT/sdu

 

 

Lesen Sie Cornelia Kaminskis spannende Kritik der Marx-Rezeption in Deutschland in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Antisemitismus Friedrich Engels Karl Marx

Weitere Artikel

Über die blinden Flecken der deutschen Marx-Rezeption und warum die restliche Welt da schon weiter ist.
30.08.2024, 15 Uhr
Cornelia Kaminski
Leo XIV. führt die Namenstradition jenes „Arbeiterpapstes“ fort, der auf Basis des Lehramtes Orientierung angesichts der Fragen der Zeit zu geben wusste. Ein Omen?
08.05.2025, 21 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Der Vatikan veröffentlicht ein altes Dokument mit Neuigkeitswert. Nun ist klar: Die deutschen Bischöfe haben nicht nur mit dem Gehorsam, sondern auch mit der Wahrheit ein Problem.
05.05.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die Pfingstaktion von Renovabis zeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt in Europa neu wachsen kann – von der Ukraine bis in den Südkaukasus.
05.05.2026, 14 Uhr
Margarete Strauss
Am Beispiel der Chartreswallfahrt lässt sich beobachten, wie authentische Volksfrömmigkeit einen blühenden Zweig nach dem anderen hervorbringt.
04.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig