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Reisen mit Gott

In den Sommerferien reisen manche in die USA, manche in die Berge oder ans Meer. Viele Jugendliche sind sogar zum großen Jubiläum nach Rom gepilgert. Doch: Unser ganzes Leben ist eine Reise!
Kinderkatechese Reisen mit Gott
Foto: Bernadette Drayß | Seit es Menschen gibt, lädt Gott sie ein, sich mit ihm auf den Weg zu machen. Bist du dabei?

Gott lädt uns ein, mit ihm zu reisen. Das tut er wahrscheinlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Eine der ältesten Geschichten aus der Bibel kennt ihr vielleicht: Es ist die Geschichte von Gott und Abraham. Gott gab Abraham, der damals noch Abram hieß, diesen Auftrag: „Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.“

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Stell dir vor: Abram war schon 75 Jahre alt – und jetzt sollte er auf ein Wort Gottes hin seine Heimat verlassen? Abrams Frau Sarai war unfruchtbar, das heißt, sie hatten keine Kinder – und nun sollte er an die Verheißung glauben, dass er Nachkommen haben würde und diese zu einem großen Volk werden? Ob er wohl Angst davor hatte, in fremde Länder zu reisen und sich nur auf Gottes Wort zu verlassen?

Doch Abram beschloss, zu vertrauen, und zog mit seiner Frau los. Er zog durch Wüsten, gefährliche Länder und musste schwere Kämpfe bestehen. Gott freute sich über Abrams Vertrauen und schloss einen Bund mit ihm – das ist so etwas wie ein Freundschaftsversprechen. Er gab ihm und seiner Frau sogar neue Namen: Abraham (das bedeutet „Vater der Menge“) und Sara (das bedeutet „Herrin“). Und weißt du was? Obwohl Abraham und Sara schon alt waren, schenkte Gott ihnen tatsächlich noch einen Sohn. Sie nannten ihn Isaak. Aus Isaak wurde wirklich ein großes Volk – genauso, wie Gott es versprochen hatte!

Gott traut uns was zu!

Gott redet zu Menschen – damals und auch heute noch. Denkt nur an die Propheten, denen er den Auftrag gab, sein Wort den Menschen zu verkünden: Gott befahl Noah, eine Arche zu bauen, um seine Familie und die Tiere vor der Sintflut zu retten. Er gab Mose den Auftrag, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten in das verheißene Land zu führen…

Meist waren das schwere Aufgaben und gefahrvolle Reisen, vor denen sich so mancher lieber drücken wollte, so wie Jona, der glaubte, auf einem Schiff vor Gott fliehen zu können. Aber das klappte nicht: Ein schwerer Sturm kam, und Jona wurde ins Meer geworfen. Da verschluckte ihn ein riesiger Fisch. Nach drei Tagen im Bauch des Fisches spuckte dieser Jona am Strand wieder aus. Da verstand Jona: Vor Gott kann man nicht weglaufen. Er fasste Mut und erfüllte erfolgreich den Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte.

Jesus war ständig unterwegs

Und Gottes Sohn selbst, Jesus Christus, war auch ein Reisender im Auftrag seines Vaters! Gott schickte seinen geliebten Sohn zu uns Menschen auf die Erde, damit er uns das ewige Leben bringt. Schon als Kind reiste Jesus mit Maria, Josef und seinem ganzen Dorf nach Jerusalem hinauf zum Paschafest. Als Erwachsener verließ er sein Haus in Nazareth, um den Menschen von seinem Vater und vom Reich Gottes zu erzählen. Er erwählte sich Jünger, die gemeinsam mit ihm unterwegs waren. Denen sagte er: „Verlasst Vater und Mutter und folgt mir nach.“ Stellt euch vor, wie viel Mut das gekostet haben mag, mit Jesus ins Ungewisse zu ziehen! Jesus und seine Freunde waren drei Jahre lang unterwegs:

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Lukas schreibt über Jesus: „Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.“ Sie fanden offene Türen, aber auch manche Feinde. Überall verkündete Jesus die frohe Botschaft vom Reich Gottes und tat Wunder. Es war bestimmt nicht immer leicht für die Jünger. Oft wussten sie nicht, wo sie schlafen würden und was sie essen sollten. Doch immer war er bei ihnen und machte ihnen Mut; sie blieben treu und durften die Wunder sehen, die er tat. Sie erlebten, wie er Kranke heilte, Blinde sehend machte, Dämonen austrieb und Tote zum Leben erweckte.

Auch heute machen sich Menschen auf den Weg

Die Zeiten der Reisen und Wunder sind noch nicht vorbei. Denkt an die Apostel, die im Auftrag Jesu die Welt bereisen und in der ganzen Welt die gute Botschaft verkünden. Denkt an die vielen Heiligen, die auf Gottes Stimme in ihrem Herzen hören und sich auf den Weg machen, allen Menschen von seiner großen Liebe zu berichten. Mir fällt Mutter Teresa ein, die als junge Frau ihr Land verließ, um Missionarin zu werden und Menschen in fernen Ländern von Jesus zu erzählen. Sie gehorchte Gott, verließ Heimat und Familie und unterrichtete als junge Ordensschwester an einer Mädchenschule in Indien. Aber auch damit war ihr Abenteuer noch nicht zu Ende. Nach vielen Jahren als Lehrerin hörte sie erneut Jesu Stimme, der ihr den Auftrag gab, wieder neu anzufangen und in Indien den Ärmsten der Armen zu dienen. Mit Erlaubnis ihrer Ordensoberin zog sie ganz allein in einen Slum, mitten unter die Armen, und versuchte, ihnen beizustehen, so gut sie konnte.

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Klingt das verrückt? Irgendwie schon, oder? War das einfach? Ganz bestimmt nicht! Nach und nach fanden sich Freundinnen und ehemalige Schülerinnen ein, die ihr bei der schweren Arbeit halfen. Sie gründete einen neuen Orden, die „Missionarinnen der Nächstenliebe“, die bis heute in vielen Ländern der Welt den Ärmsten der Armen beistehen. Oder denkt an jeden Priester, jeden Ordensmann, jede Ordensfrau, jeden Menschen, der verspricht, sein Leben für Gott und die Menschen zu geben. Auf welche Reise wird es gehen? Welche Schwierigkeiten müssen überwunden werden? Welche wunderbaren Erlebnisse warten auf sie? Auch eine Ehe ist solch eine Reise in ein neues Leben für ein junges Ehepaar. Wie wird unser Leben? Werden wir Kinder bekommen? Was werden wir alles erleben?

Höre gut auf Gottes leise Stimme in deinem Herzen

Gott lädt jeden von uns auf eine wunderschöne Reise mit ihm ein. Wie kannst du herausfinden, welche Reise er für dich plant? Du musst ganz genau hinhören, denn Gott spricht leise. Er schreit nicht, sondern lässt leise seine Stimme in deinem Herzen erklingen. Es ist leicht, ihn zu überhören. Such dir also immer mal wieder ein stilles Plätzchen, wo du allein mit Gott sein kannst, und sage ihm voll Vertrauen: „Herr, ich höre.“

Es wird viele Gelegenheiten geben, Gott um einen Hinweis zu bitten, wohin die Reise gehen soll. Hab keine Angst, ihn zu fragen, wenn du nicht weiterweißt oder mal in einer Sackgasse gelandet bist. Wenn du dich auf ihn einlässt und seinen Rat annimmst, wird der Weg spannend und die Reise gelingen – egal, welche Gefahren und Schwierigkeiten du bewältigen musst. Denk daran, er lässt dich nie, niemals allein, komme, was wolle. Denn Jesus verspricht uns: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Martina Berlin
Foto: Klemens Radke | Martina Berlin ist in der Gemeindekatechese tätig und hat den Lehrgang zur Ausbildung von Katechisten (LAK) an der Hochschule Heiligenkreuz absolviert.

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