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Ostern in einem Kloster, zusammen mit anderen Großfamilien: Haus Assen machte es möglich

Kinderbetreuung, Zeit für den Ehemann, Liturgie, Gebet, Beichte und Katechese: Die Autorin erlebte mit ihrer Familie ganz besondere Kartage im Münsterland.
Haus Assen
Foto: IMAGO/Hans Blossey (www.imago-images.de) | Das Renaissanceschloss Haus Assen gehörte einst der Familie des seligen Kardinal Clemens August von Galen. Heute wohnt dort die Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens (SJM).

Auch dieses Jahr standen wir wieder einmal vor dem Dilemma, wie wir möglichst am besten die Kar- und Ostertage mit unseren Kindern verbringen können. Eine Lösung, die auch einen Dreijährigen nicht überfordert und es den Eltern ermöglicht, an der Liturgie teilzunehmen und sich nicht nur mit Ostereierfärben vergnügen zu müssen.

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So führten unsere Wege dieses Jahr ins Münsterland. Inmitten einer Parklandschaft ist dort das Schloss Assen eine Oase für alle, die ihr Glaubensleben in der Familie stärken wollen. Das geistliche Angebot wird von der Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens (SJM) betreut. Regelmäßig finden hier Familienwochenenden statt. An diesem Kar- und Osterwochenende konnten wir uns von der Familienpastoral der SJM überzeugen lassen.

Zeit mit dem Ehemann

Man hört und liest das immer wieder, dass bei der Sorge um die Kinder die Zeit für den Ehepartner nicht zu kurz kommen sollte. Das ist besonders schwierig, wenn die weitere Familie hunderte Kilometer weit entfernt ist und Großmütter gar nicht mehr da sind. Eine „Zusammenrechnung“ nach zehn Jahren der Ehe sieht bei uns so aus, dass wir - seitdem wir Kinder haben - einmal zusammen Eis essen waren, einmal im Kino und einmal gingen wir abends „heimlich“ raus, als die Kinder im Bett waren und die Straßen von Berlin vom Schnee bedeckt waren und zum Spaziergang einluden. Das erleben sicher viele Familien ähnlich. So sehnte ich mich nach etwas Zeit, die ich ausschließlich mit meinem Mann verbringen könnte.

In Assen versteht man die Bedürfnisse von Ehepaaren und Familien. Während die Kinder betreut werden, dürfen Erwachsene zu Vorträgen, in die Kapelle oder einfach ein gemeinsames Gespräch führen. Die Kinder wiederum erleben viel Spaß und Abenteuer. Am Karfreitag durften die Kinder Speere abschneiden, die sie dann beim Kreuzweg benutzten. Am weißen Samstag machten meine Söhne - so wie die meisten Jungen - beim Bauen eines Floßes mit, auf dem sie im Schlossgraben schwammen. Ein Highlight für jedes Grundschulkind!

Kein Problem, wenn ein Kind während der Messe weint

Ältere Kinder durften das Kreuz mit Blumen schmücken oder das Feuerwerk für die Ostervigil vorbereiten. Kinder entwickelten auch eigenständige „Projekte“, wie zum Beispiel das Basteln eines Kreuzes, an dem sie ihre Beichtzettel verbrannten. Die Kinderkatechesen und Liturgien verstehen die Kinder als Bestandteil des ganzen Programms.

Es waren über hundert Gäste vom Säuglings- bis zum Rentenalter, die sich in Assen versammelten. Kinderreiche Familien sind hier keine Seltenheit, und wenn eines der Kinder mal während der Messe weint, regt sich keiner auf. Die Gemeinschaft, die man im Austausch mit anderen Eltern erlebt, ist nicht zu unterschätzen. Man fühlt sich dadurch für den Alltagskampf als katholische Minderheit besser gewappnet.

Der „Trick": „nur" katholisch sein

Die Ostervigil fand unterm sternenklaren Himmel auf der Schlosswiese statt. Trotz der späten Stunde und trotz der Kälte waren viele Kinder dabei: Die Kleinsten im Kinderwagen, andere im Schlafsack auf dem Schoß ihrer Eltern. Das fröhliche Halleluja schien in der nächtlichen Stille besonders laut und stark zu erklingen. In dieser österlichen Freude wurde mir bewusst, dass ich in den Tagen vom Gründonnerstag bis Ostersonntag durch Gebet und durch Gedankenanstoße aus den Vorträgen mein Verhältnis zu Gott neu vertieft habe, dadurch, dass ich konkrete Vorsätze fasste. Mit dem gestärkten Verhältnis zu Gott sieht man auch den Ehepartner auf erneut verliebte Art.

Man muss nicht lange überlegen, wenn man sich die Frage stellt, was Haus Assen so besonders macht, wieso viele Familien von Assen angezogen werden und wieso hier Erwachsene viel Kraft tanken können. Der „Trick“ besteht aus Liturgie, Gebet, Beichte und Katechese. Wer Sorgen um die Zukunft der Kirche in Deutschland hat, der sollte nach Assen, um sich zu überzeugen, dass die Wege, wie die Kirche junge Menschen anziehen kann, gar nicht so kompliziert, sondern einfach „nur“ katholisch sind.

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