Lilly: Opa, ich kann die hebräischen Buchstaben für Jahwe immer noch auswendig schreiben!
Opa: Das hast du dir gut gemerkt.
Bob: Jahwe heißt: „Ich bin der Ich-bin!“
Opa: Sehr gut. Man könnte auch sagen: „Ich bin immer für euch da.“ Daran kann man sich besonders in schweren Situationen erinnern: Wir sind nicht allein, sondern dürfen auf ihn vertrauen. Bestimmt haben das auch Mose und Aaron getan, als sie vor den Pharao traten. Die beiden wussten, dass ihm ihre Worte nicht gefallen würden. Trotzdem überbrachten sie mutig Gottes Botschaft: „So spricht der HERR, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen!“
Lilly: Wohin sollten die Israeliten denn gehen?
Opa: Gott hatte ihnen das Land Kanaan versprochen. Das liegt heute ungefähr in der Gegend von Israel und seinen Nachbarländern. Damals gab es dort viele kleine Städte und Völker, aber noch keine festen Ländergrenzen wie heute. In der Bibel heißt es: „Ich will euch aus dem Elend Ägyptens hinaufführen in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.“ Gemeint ist damit ein Land, in dem die Menschen frei sind und es ihnen gut geht.
Bob: Und wie reagierte der Pharao?
Opa: Er sagte: „Wer ist der HERR, dass ich auf ihn hören und Israel ziehen lassen sollte? Ich kenne ihn nicht … Fort mit euch!“ Für den Pharao ergab diese Nachricht keinen Sinn. Die Israeliten waren für ihn ein wichtiges Arbeitervolk. Sie mussten schwere Sklavenarbeit verrichten. Außerdem glaubte der Pharao an viele verschiedene Götter und nicht an Jahwe, den einen Gott Israels.
Lilly: Vielleicht dachte er, Mose und Aaron wollten einen Aufstand anzetteln?
Opa: Das ist gut möglich. Der Pharao wurde jedenfalls noch strenger und zwang die Israeliten zu noch härterer Arbeit. Viele Israeliten verloren daraufhin ihr Vertrauen in Mose und den HERRN.
Bob: Dabei wollte Mose ihnen doch helfen!
Opa: Ja. Aber so ist es häufig im Leben: Wenn wir Gottes Auftrag erfüllen wollen, stoßen wir oft auf Widerstand. Und wie bei Abraham gilt auch hier: Je größer Gottes Verheißung ist, desto mehr Vertrauen braucht es. Aber Mose wusste, dass Gott mit ihm war. Und so erinnerte er die Israeliten an Gottes Versprechen und ging mit seinem Bruder erneut zum Pharao. Als sie vor ihn traten, wollte dieser ein Wunder sehen. Er wollte prüfen, wie mächtig der Gott Israels war. Aaron warf Moses Hirtenstab vor den König hin. Da wurde der Stab zu einer Schlange. Und als man diese wieder am Schwanz packte, wurde sie zu einem Stab.
Bob: Boa! War die Schlange eine Königskobra?
Opa: Vielleicht. Aber wichtiger ist: Der Pharao blieb unbeeindruckt und glaubte ihnen weiterhin kein Wort.
Lilly: Er dachte bestimmt, dass das nur ein Zaubertrick war!
Opa: Gut möglich. Denn am königlichen Hof gab es auch viele Wahrsager und Zauberer.
Bob: Bestimmt hat sich die Schlange vor dem Pharao aufgerichtet und laut gezischt – so richtig gefährlich!
Opa: Die Schlange steht hier als Zeichen für Gottes Macht. Aber wer Gott nicht mit offenem Herzen begegnet, erkennt seine Zeichen nicht – selbst wenn sie ganz deutlich sind. Der heilige Augustinus hätte es so gesagt: „Für den, der glaubt, ist kein Beweis nötig. Für den, der nicht glaubt, ist kein Beweis möglich.“
Lilly: Ich würde es so sagen: Selbst wenn Gott eine Wünsche-Maschine wäre, würden viele Menschen nicht an ihn glauben!
Opa: Das hast du gut auf den Punkt gebracht.
Bob: Und dann?
Opa: Die Bibel berichtet nun von den zehn ägyptischen Plagen. Sie sollten den Pharao dazu bringen, das Volk Israel freizulassen. Während die Israeliten verschont blieben, litten die Ägypter sehr. Immer wieder geschahen schlimme Dinge: Krankheiten breiteten sich aus, das Wasser wurde ungenießbar, große Schwärme von Ungeziefer verwüsteten das Land und sogar eine große Dunkelheit kam über Ägypten. Doch der Pharao änderte seine Meinung nicht.
Lilly: Und was stimmte ihn dann um?
Opa: Die letzte und schwerste Plage: In allen ägyptischen Familien starben die Erstgeborenen. Auch sein eigener Sohn war darunter. Noch in derselben Nacht ließ er Mose und Aaron rufen. Er sagte: „Auf, zieht fort aus der Mitte meines Volkes.“ So verließen sie mit allem, was sie hatten, Ägypten.
Bob: Yeah! Auf nach Kanaan!
Opa: Ja, sie waren endlich frei. Doch ihre Freude hielt nicht lange an. Denn schon nach wenigen Tagen änderte der Pharao seine Meinung. Mit vielen Streitwagen und Soldaten jagte er den Israeliten hinterher, um sie wieder nach Ägypten zurückzuholen.
Bob: Oje! Mit Pferden waren sie bestimmt viel schneller!
Opa: Ja, so ist es. Das Volk Israel war am Roten Meer angekommen. Da sahen sie die Ägypter schon von Weitem kommen und bekamen große Angst. Doch Gott sagte Mose, was er tun sollte. Mose streckte seinen Stab über das Wasser aus. Da kam ein starker Wind und teilte das Meer. Mitten durch das Meer entstand ein trockener Weg, und die Israeliten konnten hindurchgehen.
Lilly: Aber die Ägypter konnten doch auch hinterherkommen, oder?
Opa: Das stimmt. Als alle Israeliten sicher auf der anderen Seite angekommen waren, streckte Mose seinen Stab noch einmal über das Meer aus. Da floss das Wasser zurück. Die Streitwagen und Soldaten des Pharaos wurden von den Fluten mitgerissen.
Bob: Die Israeliten sind gerettet!
Lilly: Hätte Gott nicht einfach nur den Pharao bestrafen können? Dann hätten nicht alle Ägypter mitleiden müssen.
Opa: Guter Gedanke. Leider gibt es bis heute noch Herrscher, die ihre Macht missbrauchen. Aber die Geschichte möchte uns hier etwas anderes zeigen: Gott führt die Menschen, die auf ihn vertrauen, in die Freiheit. Denn Jahwe ist stärker als alle anderen Götter.
Bob: Stärker als die ägyptischen Götter und der Pharao!
Opa: Außerdem dürfen wir nicht vergessen: Israel ist Gottes auserwähltes Volk. Ihm hat Gott Schritt für Schritt gezeigt, wer er ist. So durften die Israeliten lernen: Wir dürfen eine Beziehung zu Gott haben. Wir dürfen Gott beim Namen nennen. Und wir dürfen an einen Gott glauben, der befreit. Auch für uns heute gilt: Wer sein Herz für Gott öffnet und ihm nachfolgt, den führt er in die Freiheit der Kinder Gottes.
Bob: Was bedeutet das?
Opa: Auch wenn wir auf den ersten Blick frei sind, sind wir oft gefangen in unseren Gedanken und Gefühlen. Wir handeln egoistisch oder fühlen uns innerlich leer. Wir lenken uns mit vielen Dingen ab, aber unser Herz ist nicht zufrieden. Gott lädt uns ein in eine Freiheit, die nur er geben kann. Er möchte unser ganzes Herz mit seiner großen Liebe füllen. So können wir wahrhaft froh und frei leben – immer im Bewusstsein: Jahwe ist unser Gott, der „Ich bin immer für euch da“.
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