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Das Pfingstgeschenk: der Heilige Geist

Pfingsten, das Wort klingt nach Ferien. Doch an diesem Wochenende passiert noch viel mehr! Der Heilige Geist kommt vom Himmel zu uns Menschen – wenn wir dafür beten.
Pfingsten Kinderkatechese
Foto: Notre Dame de Vie | Wie damals die Apostel mit Maria, der Mutter Jesu, beten auch wir Christen an diesem Pfingstfest darum, dass der Heilige Geist mit seinen Gaben auf uns herabkommt.

Vor einer Woche haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert. Jesus ist zu seinem Vater zurückgekehrt. Wir wissen, dass Jesus am Ende der Zeiten wiederkommen wird, aber lässt er uns bis dahin allein? Nein, unmöglich, denn er liebt uns so sehr! Er hat gesagt: „Es ist gut für euch, dass ich fortgehe“ (Joh 16,7) und auch: „Ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in Jerusalem, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet“ (Lk 24,49). Jesus verlangt von den Aposteln, dass sie warten. Er verspricht zwar etwas Schönes, aber es bleibt alles geheimnisvoll!

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Was passierte an Pfingsten? Lukas erzählt es uns in der Apostelgeschichte. Jesus hatte seinen Aposteln den Heiligen Geist versprochen und sie gebeten, in der Stadt zu bleiben und auf dieses Geschenk zu warten. Das bedeutete so etwa: „Erzählt noch nicht, was ihr gesehen und gehört habt! Ihr seid noch zu schwach, um meine Zeugen zu sein. Ihr braucht die Kraft meines Geistes, ich werde ihn euch senden. Betet und ruft nach ihm! Denn er ist das große Geschenk!“

Das Pfingstereignis: Sturm und Feuer

Die Apostel gehorchen und bleiben mit Maria in Jerusalem. Sie beten: Jesus, sende uns, was du versprochen hast, schenke uns deinen Geist! Und siehe, da kommt vom Himmel her ein starkes Rauschen, wie ein Sturm und es erscheinen Zungen wie von Feuer, die sich auf die Apostel verteilen. Ist das nicht erstaunlich? Lukas erzählt weiter: Alle werden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Wind und Feuer sind Zeichen, durch die der Heilige Geist seine Gegenwart zeigt. Den Wind kannst du nicht sehen, du kannst ihn nicht festhalten, aber du spürst und hörst ihn, er kann dich vorwärtsbringen; wenn er besonders stark ist, kann er dich sogar umwerfen. Der Wind zeigt, dass der Heilige Geist eine Gegenwart ist, die wir nicht sehen, aber die uns ergreifen und verändern kann. Und die Feuerzungen? Was bedeuten sie? Mit der Zunge können wir sprechen, uns mit anderen austauschen.

Marie-Therese Rouxel und Sibylle Schmitt
Foto: Notre Dame de Vie | Marie-Therese Rouxel und Sibylle Schmitt sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie (notre-dame-de-vie.de).

Wenn wir vor einem Feuer sitzen, ist es hell und angenehm warm. So ist es auch, wenn der Heilige Geist uns erfüllt. Die Apostel können also ohne Furcht die Frohe Botschaft verkünden, die Menschen verstehen sie, der Heilige Geist erleuchtet alle Herzen, reinigt sie und erfüllt sie mit dem Feuer der Liebe. Schaut, wie die Apostel sich verändert haben! Sie, die vorher ängstlich waren, verlassen das Haus und beginnen Gott zu preisen und von Jesu Wundern zu erzählen. Da passiert etwas Erstaunliches: Jeder in Jerusalem, egal aus welchem Land er kommt, hört die Apostel in seiner Muttersprache! Nun sind die Apostel voller Mut und scheuen nichts, sie ziehen in die verschiedensten Länder und verkünden überall, dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist. Jesus lebt, er führt uns zu seinem Vater, der auch unser Vater ist!

Der Heilige Geist wird unser Freund

Wer ist denn der Heilige Geist? Du kennst schon den Vater und seinen Sohn Jesus, aber die dritte göttliche Person ist für uns oft geheimnisvoll. Wenn wir beten, öffnen wir unser Herz weit, damit der Vater und Jesus uns ihre Liebe schenken können. Jetzt hör gut zu: Diese Liebe, die Jesus und seinen Vater verbindet, ist eine Person: der Heilige Geist. Er ist der Geist der Liebe, der Geist der Wahrheit und der Stärke. Wir dürfen ihn beim Namen nennen: Heiliger Geist. Wir können ihm sagen: „Komm, Heiliger Geist, erfülle unser Herz!“ Seit deiner Taufe wohnt er in dir, aber er möchte immer mehr dein Freund werden, er möchte dir helfen und dich auf den richtigen Weg führen. Er, den man auch Tröster nennt, will immer bei dir sein. Wir alle brauchen den Heiligen Geist, denn allein können wir nichts tun, das hat uns Jesus gesagt (Joh 15,5).

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Aber mit dem Heiligen Geist wird vieles möglich. Auch er möchte zu uns kommen. Es geschieht für gewöhnlich nicht mit außerordentlichen Zeichen. Der Heilige Geist lässt uns meistens anders seine Gegenwart verspüren: Du erkennst ihn vielleicht an einem inneren Frieden oder einer plötzlichen Freude, in einer Situation, die sich rasch verbessert. Ihm gehen die Ideen nicht aus! Mit seinem Licht können wir gute Entscheidungen treffen, mit seiner Kraft können wir uns vielleicht versöhnen oder von Gott Zeugnis geben. Deshalb machen wir es den Aposteln nach und rufen in den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten: „Komm, Heiliger Geist! Komm, wir brauchen dich“! So macht es die Kirche vor jeder wichtigen Entscheidung, so haben die Kardinäle vor der Wahl des Papstes gebetet. Und der Heilige Geist hat uns den Papst geschenkt, der der Kirche und der Welt am besten dienen kann: Papst Leo XIV.

Unsere Vorbereitung auf das Fest

Für euch Kinder ist eine Novene bestimmt sehr lang. Aber ein Triduum, drei Tage Vorbereitung, ist sicher möglich. Bastelt sieben Flammen aus farbigem Papier, am besten aus rotem oder gelbem Papier. Auf jede Flamme schreibt eine Gabe des Heiligen Geistes. Die Namen der sieben Gaben (Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht) sind ein bisschen kompliziert. Man kann stattdessen auch die Früchte des Heiligen Geistes nehmen: zum Beispiel Freude, Licht, Liebe, Friede, Güte, Geduld und Wahrheit. Legt die Flammen umgekehrt neben ein Marienbild, so dass man nicht lesen kann, was darauf steht. Stellt euch vor, ihr betet wie die Apostel zusammen mit Maria. Einer zieht eine Flamme.

Die ganze Familie bittet dann um die Gabe, die darauf steht, etwa den Frieden: „Komm, Geist des Friedens, gib uns den Frieden Jesu’, dann können wir allen Menschen deinen Frieden schenken.“ Betet zusammen ein „Gegrüßet seist du Maria“ und dafür, dass ihr diese Gabe empfangt. Am nächsten Tag zieht ein anderer eine Flamme. Das Gebet passt ihr je nach Gabe an. Der Heilige Geist hört euch und kommt in eure Herzen. Ihr könnt auch das Lied singen: „Wisst ihr nicht, ihr seid ein Tempel!“, das ihr hier findet. Hier ist außerdem eine Anleitung, wie ihr in den Pfingstferien eine tolle Erlebniswanderung machen könnt. Und es gibt ein Ausmalbild zu Pfingsten:

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Marie-Therese Rouxel Sibylle Schmitt Apostelgeschichte Heiliger Geist Jesus Christus Leo XIV.

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