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Maria löst die Knoten!

In Augsburg hängt ein besonderes Bild von Maria: Sie hält eine Schnur fest, die Knoten hat. Die Knoten stehen für Sorgen in unserem Leben – die wir zu ihr bringen können.
Maria Knotenlöserin
Foto: Sanktwerk | Vor mehr als 300 Jahren ließ Hieronymus Ambrosius Langenmantel das Bild malen. Es ist ein Dank an die Muttergottes, die die Ehe seiner Großeltern rettete.

Eine gute halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt liegt eine kleine Kirche mit einem bedeutenden Kunstwerk: Sankt Peter in Perlach in Augsburg mit dem Bild der Knotenlöserin Maria. Diese kleine Kirche ist schon im 11. Jahrhundert gebaut worden und liegt gegenüber dem Augsburger Rathaus etwas versteckt. Aber wer sie findet, entdeckt in ihrem Inneren Besonderes. Das Wallfahrtsbild Maria Knotenlöserin am Altar Beatae Mariae Virginis ist in dieser Art einzigartig.

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Ich kenne das Bild noch aus meiner Kindheit, als meine Eltern immer wieder Ausflüge zur Knotenlöserin machten um ihr ein paar Anliegen – ungelöste Knoten – zu bringen, darunter sicher auch einige, die mich und meine Geschwister betrafen. Das Bild der Knotenlöserin wurde 1700 durch den Kanoniker Hieronymus Ambrosius Langenmantel (1641–1718) in Auftrag gegeben. Er ließ es malen, um Maria dafür zu danken, dass sich die Ehekrise seines Großvaters, das verknotete Eheband, auf ihre Fürsprache hin, in Wohlgefallen auflöste. Das Bild zeigt die Gottesmutter, wie sie die Knoten eines verwickelten, langen weißen Bandes geduldig auflöst, während sie dabei mit dem Fuß auf den Kopf der Schlange, den Teufel, tritt. Sie steht dabei auf einer Mondsichel und ist umgeben von einem Sternenkranz mit sieben Sternen. Über ihr schwebt eine Taube – der Heilige Geist. Unter der Mondsichel entdeckt man einen kleinen Menschen, der in Begleitung eines Hundes und eines Engels ist. Das deutet auf das Buch Tobit hin, in dem Tobias sich gemeinsam mit seinem Hund und dem Erzengel Rafael auf die Suche nach einer Ehefrau macht.

Das Bild ist auf der ganzen Welt bekannt!

Aus diesem Grund wird die Knotenlöserin oft bei der Suche nach dem richtigen Ehepartner angerufen und auch – wie bei Hieronymus Ambrosius Langenmantel – bei Eheproblemen aufgesucht. Außerdem rufen vor allem Krebserkrankte sie bei „Knoten in der Brust“ an. Aber auch bei jeglichen anderen Knoten des Glaubenslebens kommen die Menschen zu ihr. Mittlerweile ist die Knotenmadonna auf der ganzen Welt bekannt. Das liegt vor allem an unserem kürzlich verstorbenen Papst Franziskus. Dieser hatte 1986, als er noch Erzbischof von Buenos Aires war, zu Weihnachten ein Bild der Knotenlöserin von einer deutschen Ordensschwester bekommen. Das Bild faszinierte ihn so sehr, dass er viele Jahre später, im Jahr 1996, eine Kopie erstellen ließ, die heute in der Kirche San José del Talar in Buenos Aires zu finden ist. In seiner Zeit als Papst ließ er auch eine kleine Krone anfertigen, die er feierlich Bischof Bertram Meier überreichte, der sie dann nach Augsburg zur Knotenlöserin selbst brachte.

Im Gebet zur Knotenlöserin des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires, Kardinal Bergoglio, heißt es: „Heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter, du löst mit mütterlichem Herzen die Knoten, die unser Leben bedrängen. Wir bitten dich, nimm in deine Hände jene Knoten,die wir dir jetzt bringen.“ Für mich ist das Bild Mariens, die mit mütterlicher Liebe und Geduld die Knoten meines Lebens und die meiner Familie löst, sehr bereichernd. Und so bringe ich ihr diese Knoten und Probleme und bete, dass sie gelöst werden. Eines meiner Gebetsanliegen sind dabei die zukünftigen Ehepartner meiner Kinder. Ich weiß, dass auch meine Eltern schon sehr früh anfingen, für meinen zukünftigen Ehepartner und die meiner Geschwister zu beten. Und so tue ich das jetzt auch schon. Maria Knotenlöserin ist dabei eine gute Ansprechpartnerin, da sie genau dafür angerufen wird. „Löse die Knoten, die uns daran hindern, uns mit Gott zu vereinen; bis wir befreit von allen Verwirrungen und Schwächen ihm in allen Dingen begegnen können.“ (Aus dem Gebet zur Knotenlöserin des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires, Kardinal Bergoglio, aus dem später Papst Franziskus wurde.)

Wir können Maria in allem um Hilfe bitten

Vielleicht ist genau das eine gute Erinnerung, auch im Alltag Maria immer wieder zu bitten, dass sie die Knoten löst, die uns von Gott trennen. Als kleine Idee für eine Erinnerung im Alltag habe ich mir einen Knotenlöserin- Schlüsselanhänger gebastelt. Diesen kann man nachbasteln und an den Schulranzen hängen. Als tägliche Erinnerung, dass wir Maria in allen Problemen und Knoten unseres Lebens um ihre mütterliche Fürsorge bitten dürfen. Hier unten ist er. Über den QR-Code kommt ihr auch dahin. Auch findet ihr dort ein Ausmalbild von Maria, der Knotenlöserin. 

Anleitung Schlüsselanhänger
Foto: Sanktwerk | So bastelt man den Knotenlöserin-Schlüsselanhänger!
QR-Code- Bild  Maria_Knotenlöserin

Zum Schluss noch das Gebet zur Knotenlöserin: Jungfrau Maria, Mutter der Schönen Liebe, Mutter, die niemals ein Kind, das Dich um Hilfe anruft, unerhört lässt! Mutter, deren Hände ohne Unterlass für ihre geliebten Kinder arbeiten und Dein Herz mit Gottes Liebe und unendlicher Barmherzigkeit erfüllt ist! Wende Deinen Blick voller Mitleid mir zu. Sieh das Bündel der Knoten, die mein Leben ersticken. Du weißt, wie sehr mir die Hoffnung fehlt und wie sehr ich leide. Du weißt, wie sehr mich diese Knoten lähmen. Maria, Du Mutter, die Gott beauftragt hat, die Herzensverwirrungen seiner Kinder zu lösen, ich lege mein Lebensband in Deine Hände. Niemand, selbst der Böse nicht, kann Dir die Möglichkeit entziehen, dass Du mir Deine barmherzige Hilfe gewährst. In Deinen Händen gibt es keine Knoten, die Du zu lösen nicht vermochtest. Allmächtige Mutter, ich bitte Dich innigst: übernimm heute diesen Knoten (nenne ihn, sofern möglich). Und löse ihn, löse ihn für immer – Gott zur Ehre– dank Deiner Gnade und Macht der Fürsprache bei Deinem Sohn Jesus Christus, meinem Befreier und Erlöser. Ich hoffe auf Dich. Du bist die einzige Trösterin, die mir Gott geschenkt hat. Du bist die Festung für meine schwachen Kräfte, der Reichtum in meinen Nöten, die Befreiung von allem, was mich hindert mit Christus zu sein. Nimm mein Rufen an. Bewahre mich, leite mich, schütze mich. Du bist mein sicherster Zufluchtsort. Amen. 

Anna Weber
Foto: privat | Anna Weber, Sozialpädagogin, verheiratet und Mutter von drei Kindern, schreibt auf ihrem Blog über das Kirchenjahr: www.sanktwerk.de/blog

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