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Auf Gebets-Entdeckungsreise

Ob beim Aufstehen, vor einer Klassenarbeit oder wenn etwas traurig macht: Es lohnt sich, mit Gott über alles zu sprechen. Denn er hält alles in der Hand …
Familie Gebet
Foto: Imago/YAY Images | Das gemeinsame Gebet in der Familie kann sehr vielfältig sein: Tischgebet, Abendgebet, Gebetsspaziergänge ... Aber immer bringt es die Familie zusammen und verändert die eigene Herzenshaltung.

Vor Kurzem habe ich Checker Tobi persönlich getroffen. Was ich an ihm besonders mag: Er versucht, Dinge zu „checken“, also zu verstehen und ihnen so richtig auf den Grund zu gehen. Oft probiert er sie dann auch gleich selbst aus. Und bei mir gibt es eine Sache, die mich schon lange umtreibt.

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Es ist das Thema Gebet mit meinen Kindern. Ich glaube nämlich, dass das sehr wichtig ist. Schließlich ist Beten ja „Kontaktaufnahme“ mit Gott. Und das finde ich für mich, aber auch für meine Kinder, lebenswichtig. Bei uns daheim ist es nun so, dass uns das gemeinsame Beten manchmal richtig viel Freude macht und manchmal ist es eher … anstrengend. Also habe ich mich, so wie Checker Tobi, auf die Suche gemacht und recherchiert, was die Kirche dazu sagt, mit Experten darüber geredet, wie sie das so machen, und dabei erfahren, was das gemeinsame Gebet so alles bewirken kann.

Gleich zu Beginn habe ich in den Katechismus geschaut und gelesen: „Die Familie ist berufen, am Gebet und am Opfer Christi teilzunehmen. Das tägliche Gebet und die Lesung des Wortes Gottes stärken in ihr die Liebe“ (KKK 2205). Gebet scheint also etwas Wichtiges im Leben eines Christen zu sein. Und das Gebet in der Familie, mit meinen Kindern, „stärkt … die Liebe“. Davon brauchen wir auf jeden Fall immer wieder viel.

Allerdings war mir das dann aber doch ein bisschen zu theoretisch, und deswegen habe ich mich mit einem Ehepaar unterhalten, das selbst Kinder hat. Sie erzählten mir, wie das Gebet bei ihnen zu Hause so ablief, denn ihre vier Kinder sind mittlerweile erwachsen.

„Jesus will dein Freund sein“ – so beschrieb mir die Mutter, was ihre wichtigste Botschaft im Gebet mit ihren Kindern war und dass sie immer versuchten, einen Bezug zum Alltag herzustellen. Und ihr Mann ergänzte dazu, dass das Gebet daheim eigentlich eine Schule fürs Leben ist. Denn „Glaube bewährt sich nicht, wenn wir nebeneinander daheim auf dem Sofa sitzen, sondern wenn du alleine in einer Krise bist und du weißt, jetzt kann ich beten.“

Und so erzählten mir diese Eltern von ihrer Erfahrung im Gebet mit ihren vier Kindern: dass es eine Kombination aus strukturiertem Gebet und Gebet in Alltagsmomenten war. Da gab es bei ihnen auf der einen Seite ein Abendgebet, das immer einen bestimmten Ablauf hatte: ein Eröffnungsgebet, freies Dankgebet, Fürbitten, das „Vaterunser“ und das „Gegrüßet seist du Maria“, ein Segensgebet am Ende und den Abschluss mit dem Gebet zum Erzengel Michael. Und sie berichteten, dass dieses „Ritual“ auch heute noch, wo alle Kinder aus dem Haus sind, weitergeführt wird und die Kinder gerne wieder miteinsteigen, wenn sie doch wieder einmal zu Besuch sind. Außerdem gebe es den Kindern die Gewissheit, dass „es eine Familie gibt, die für mich betet.“

Auf der anderen Seite war ihnen der Alltagsbezug des Gebets immer ein Anliegen. So berichteten sie, dass sie morgens in den Kalender schauten, um ein kurzes Gebet für alle Geburtstags- oder Namenstagskinder zu sprechen und für die anstehenden Dinge des Tages, wie Schulaufgaben, zu beten. Auch vor Reisen sprachen sie immer ein kurzes Gebet, manchmal vielleicht auch nur ein „In Gottes Namen fahren wir los“. Was ich dabei besonders interessant fand: Wenn ein Anliegen plötzlich auftauchte, machten sie es sich zur Angewohnheit, sofort kurz dafür zu beten: Wenn zum Beispiel ein Krankenwagen vorbeifuhr, hielten sie kurz inne und sprachen gemeinsam mit den Kindern ein kurzes Gebet für alle Betroffenen.

Als ich sie fragte, welche besondere Erfahrung sie mit dem Gebet als Familie gemacht haben, erwiderten sie, dass das Gebet eine wichtige Grundlage für sie und ihre Kinder gelegt habe: die Erkenntnis, dass „Gott alles in der Hand hat und nicht wir.“

Und dann erzählten sie mir die Geschichte ihrer Tochter. Als diese noch sehr viel jünger war, wollte sie mit der Schule ein Auslandsjahr in Frankreich machen. Im Gebet hatten sie diesen Plan gemeinsam vor Gott gebracht. Und nun kam die Antwort des Organisators, dass es keinen Platz in Frankreich gebe, dafür aber in Spanien. In einem Land, wo sie niemanden kannte und die Sprache nicht sprach.
Ihre Antwort auf diese Enttäuschung war nach anfänglichem Unmut, es wieder im Gebet vor Gott zu bringen.

Gott fädelt Perlen

Dann veränderte sich alles. Es stellte sich heraus, dass ein Bekannter genau zur selben Zeit im selben kleinen Ort sein würde, was für sie eine Antwort Gottes auf ihr Gebet war. „Wenn wir zurückblicken, sieht man, dass es die erste Perle auf der Kette war, die Gott gefädelt hat.“ Denn es ging noch weiter. Rückblickend sagt auch ihre Tochter, dass der Aufenthalt in Spanien ausschlaggebend dafür war, dass sie ihren Glauben selbst entdecken konnte. Und zudem lernte sie dort Spanisch, was dazu führte, dass sie nach der Schule ein Auslandsjahr in Costa Rica machte, wo sie ihren heutigen Ehemann kennenlernte.

Meine Gespräche mit weiteren Ehepaaren und die Recherche haben mir gezeigt, dass es viele unterschiedliche Arten gibt, wie man mit Kindern beten kann. Und das Schöne ist: Es muss gar nicht kompliziert sein. Manche Familien nutzen einen Gebetswürfel, manchen hilft eine angezündete Kerze beim Beten, manche nutzen Hilfsmittel wie ein Dankestagebuch. Meine Gesprächspartner haben mir von der Gewohnheit, ein kurzes Gebet beim Hinausgehen aus der Haustür zu sprechen, berichtet, andere lesen eine Bibelstelle beim Frühstück und reden darüber, wieder andere nutzen Teile des Stundengebets oder machen gemeinsame Gebetsspaziergänge.

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Nach meiner Recherche bin ich tief beeindruckt, wie viel gemeinsames Gebet bewirken kann. Es bringt Familien zusammen, verändert die eigene Herzenshaltung – und es verändert Umstände, auch wenn manches erst nach langer Zeit sichtbar wird. Denn was allem zugrunde liegt, ist die Gewissheit: Gott hört jedes Gebet und er hält alles in seiner Hand.


Die Autorin ist Sozialpädagogin, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie schreibt auf ihrem Blog über das Kirchenjahr: www.sanktwerk.de/blog.

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