An einem winterlichen Nachmittag sitzen Jonas und Emma mit ihrem Opa am warmen Kamin. Draußen fällt Schnee, drinnen knistert das Feuer. Auf Opas Schoß liegt seine Bibel. „Heute möchte ich euch eine Geschichte vom Anfang des Johannesevangeliums erzählen“, sagt Opa. „Es geht um einen Mann, der Johannes der Täufer heißt – und um etwas, das er über Jesus sagt.“
„Johannes der Täufer?“, fragt Jonas sogleich. „War das der, der im Jordan Menschen getauft hat?“ – „Ganz genau“, nickt Opa. „Johannes lebte in der Wüste, trug einfache Kleidung und aß Heuschrecken und wilden Honig. Er rief die Menschen auf, ihr Leben zu ändern und sich Gott zuzuwenden. Eines Tages sah er Jesus auf sich zukommen. Da rief er laut: ‚Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!‘“
Emma schaut erstaunt. „Das Lamm Gottes? Warum nennt er Jesus so? Jesus ist doch kein Tier!“ Opa lächelt. „Nein, Emma, natürlich nicht. Aber Johannes benutzt ein Bild. Früher im Tempel haben die Juden Lämmer geopfert, um Gott um Vergebung zu bitten. Das Lamm war ein Zeichen der Reinheit und des Friedens. Johannes meint: Jesus ist wie dieses Lamm – er bringt die Liebe Gottes und nimmt die Schuld der ganzen Welt auf sich.“
„Das ist ganz schön mutig von ihm“, sagt Jonas leise. „Ja“, stimmt Opa zu. „Denn Jesus tut das freiwillig. Er liebt uns so sehr, dass er alles für uns geben will – sogar sein Leben. Darum nennt ihn Johannes das ‚Lamm Gottes‘.“
Emma denkt einen Moment nach. „Und woher wusste Johannes, dass Jesus wirklich der Retter ist?“ – „Das erklärt Johannes selbst“, sagt Opa. „Er erzählt: ‚Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabkommen und auf ihm bleiben.‘ Als Johannes Jesus taufte, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam auf ihn herab. Da wusste Johannes: Das ist der, den Gott versprochen hat. Der Sohn Gottes, der die Menschen retten wird.“
„Das muss ein besonderer Moment gewesen sein!“, ruft Jonas. „Stell dir vor, etwas wie eine Taube kommt vom Himmel – und Gott zeigt allen, dass Jesus sein Sohn ist.“ – „Ja“, sagt Opa lächelnd. „Das war der Beginn von allem. Von da an wusste Johannes: Jesus ist das Licht, das in die Dunkelheit kommt. Er ist der, der Frieden bringt.“
Emma legt die Hände in den Schoß. „Dann ist Jesus also das Lamm, das Liebe bringt, und die ‚Taube‘ zeigt, dass Jesus Gottes Sohn ist?“ – „Genau so ist es“, antwortet Opa. „Und immer, wenn wir in der Messe hören: ‚Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt‘, dann denken wir daran. Wir sagen: Danke, Jesus, dass du uns liebst und uns von Sünden frei machst.“
Jonas nickt ernst. „Ich will auch zu Jesus gehören.“ – Opa lächelt und legt den Arm um ihn. „Das kannst du, Jonas. Wer an Jesus glaubt und ihn liebt, der darf wissen: Gott schaut ihn an – und sagt, wie damals über Jesus: Du bist mein geliebtes Kind.“
Der Autor ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae und als Seelsorger in der Familien- und Jugendarbeit tätig.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Mit was tauft Johannes? – Mit Wasser
In welcher Gestalt kommt der Heilige Geist auf Jesus herab? – Taube
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