Klingeling, klingeling, es klingelt zweimal! Opa weiß gleich, dass seine Enkelkinder, Emma und Jonas, vor der Haustür stehen. „Schön, dass ihr da seid!“, freut sich Opa. Die Kinder fallen gleich mit der Tür ins Haus: „Erzähl uns eine Geschichte aus der Bibel!“
Opa lächelt: „Gern! Schauen wir zusammen das Sonntagsevangelium an. Zu Beginn hören wir von Johannes. Wisst ihr noch, was er machte?“ Jonas antwortet stolz: „Ja, sicher! Johannes taufte am Fluss, am Jordan.“
Opa freut sich: „Prima, deshalb nennt man ihn Johannes den Täufer. Er war der Cousin von Jesus und bereitete sein Kommen vor. Johannes wurde ausgeliefert, wurde ins Gefängnis geworfen und getötet.“
Traurig fragen die Kinder: „Warum denn? Was hat er gemacht?“
Opa antwortet mit sanfter Stimme: „Er sagte die Wahrheit, er sagte, was gut ist, was schlecht ist, was man nicht machen darf. Das hat dem König nicht gefallen, denn er machte selber Schlechtes… Im Sonntagsevangelium hören wir: Jesus weiß nun, dass für ihn die Zeit gekommen ist, die Frohe Botschaft zu verkünden. Er verlässt Nazareth, wo er aufgewachsen ist, und geht nach Kafarnaum, in eine Gegend, die von Heiden bewohnt ist. Wisst ihr, was Heiden sind?“
„Nein, keine Ahnung!“, sagt Jonas.
Opa erklärt: „Heiden sind Menschen, die nicht an Gott glauben. Das Gebiet, wohin Jesus geht, ist von solchen Leuten bewohnt. Sie kennen Gott nicht. Deshalb hören wir, dass dieses Volk im Dunkel lebte. Was braucht man, wenn man im Dunkel ist?“ „Eine Lampe!“, antwortet Emma, ihr Bruder fügt überzeugt hinzu: „Auf jeden Fall braucht man Licht!“
Opa nickt: „Ja, Jesus bringt uns das Licht, er ist das Licht der Welt, ein Licht, das Orientierung schenkt! Genau das hat der Prophet Jesaja vor Jahrhunderten angekündigt: ‚Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen.‘ Um dieses Licht zu erkennen, muss man sich vorbereiten. So ruft Jesus auf: ‚Kehrt um!‘ Was meint ihr, was das bedeutet?“
Emma antwortet etwas unsicher: „In eine andere Richtung gehen?“
Opa nickt: „Ja, genau, es bedeutet, sich ändern, besser werden, versuchen, wie Jesus zu denken und zu handeln.“
Jonas wird nachdenklich: „Gar nicht so einfach…“
„Jesus hilft uns dabei“, versichert ihm Opa. „Wir wollen uns seinem Reich öffnen, einem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.“
Jonas fährt fort: „Ein Reich der Liebe und der Freude.“
Opa ergänzt: „‚Das Himmelreich ist nahe‘, sagt Jesus. Um dieses Reich zu gründen, braucht Jesus Helfer und beruft seine Jünger. Kennt ihr einige von ihnen und was sie gemacht haben?“
„Mehrere waren Fischer“, antwortet Emma, „aber die Namen habe ich vergessen…“
Opa hilft: „Die ersten sind Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus und sein Bruder Johannes… nicht zu verwechseln mit Johannes dem Täufer. Jesus macht sie zu Menschenfischern!“
Jonas protestiert: „Aber Menschen kann man doch nicht fischen!“
Opa lacht: „Du hast recht, ein Menschenfischer fischt keine Menschen, er gewinnt Menschen für Jesus!“
Da kommt Oma herein und lächelt: „Ich möchte gern wissen, was Opa euch erzählt.“
„Jesus ist das Licht der Welt, er ist auch mein Licht“, antwortet Emma.
Jonas lacht: „Oma, ich will ein besonderer Fischer werden, als Freund von Jesus will ich andere für ihn gewinnen!“
Oma: „Ja, es macht uns glücklich, wenn Jesus unser Licht und unser Freund ist.“
Die Autorinnen sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Wie heißen die ersten beiden Brüder, die Jesus als Jünger beruft? – Simon (Petrus) und Andreas
Und wie heißen die zweiten beiden Brüder? – Jakobus und Johannes
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