Es war schon erstaunlich warm an diesem Samstagnachmittag im März. Jonas und Emma sitzen mit ihrem Opa im Garten. Die Sonne scheint, und neben ihnen steht eine Karaffe mit Wasser. Jonas gießt sich ein Glas ein und sagt: „Ich hab richtig Durst.“
Opa lächelt. „Da passt das morgige Evangelium sehr gut dazu. Da geht es nämlich um Durst – und um ein Wasser, das viel mehr kann als unseren Körper erfrischen.“
Opa schlägt die Kinderbibel auf. „Jesus kommt auf einer Reise durch Samarien. Er ist müde und setzt sich an einen Brunnen. Da kommt eine Frau, um Wasser zu schöpfen.“
Emma wundert sich. „Und was ist da besonders?“
„Weil Juden und Samariter eigentlich nichts miteinander zu tun haben wollten“, erklärt Opa. „Und trotzdem spricht Jesus diese Frau an und bittet sie sogar: Gib mir zu trinken.“
Jonas runzelt die Stirn. „Jesus bittet um Wasser?“ „Ja“, sagt Opa. „Als Mensch hat Jesus Durst wie wir. Aber dann sagt er etwas Erstaunliches: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird niemals mehr Durst haben.“
Emma schaut auf ihr Glas. „Das kann dann kein normales Wasser sein.“
„Richtig“, nickt Opa. „Jesus meint kein Brunnenwasser. Er meint das Leben, das von Gott kommt. Seine Liebe. Seine Nähe. Seine Gnade.“
Opa erzählt weiter: „Die Frau versteht Jesus zuerst nicht. Doch Jesus zeigt, dass er sie ganz kennt – auch, was in ihrem Leben nicht so gut gelaufen ist. Da merkt sie“, sagt Opa leise, „dass Jesus kein gewöhnlicher Mensch ist.“
Emma fragt: „Hat Jesus sie verurteilt?“ „Nein“, antwortet Opa. „Er verurteilt sie nicht. Er schaut sie mit Liebe an. Und genau das verändert ihr Herz.“
Die Frau sagt schließlich: Ich weiß, dass der Messias kommt. Und Jesus antwortet: Ich bin es, der mit dir spricht.
Jonas hält kurz den Atem an. „Jesus sagt ihr ganz offen, dass er der Messias, der Retter ist?“ „Ja“, sagt Opa. „Einer Frau, die andere vielleicht übersehen hätten. Jesus zeigt: Gott sucht jeden Menschen.“
Emma denkt nach. „Und was passiert dann?“
„Die Frau läuft in die Stadt“, erzählt Opa, „und sagt allen: ‚Kommt und seht!‘ Und viele Menschen kommen zu Jesus und glauben an ihn.“
Jonas nickt langsam. „Und das alles, weil die Frau gemerkt hat, dass Jesus ihr Herz erfüllt hat.“
„Genau“, sagt Opa. „Jesus stillt den tiefsten Durst – den Durst nach Liebe, nach Vergebung, nach Sinn.“
Opa schaut seine Enkel an. „Auch wir haben manchmal so einen inneren Durst. Jesus lädt uns ein: Kommt zu mir. Wer mir vertraut, dem schenke ich lebendiges Wasser.“
Emma lächelt. „Dann will ich immer wieder zu Jesus gehen.“ Opa nickt. „Und Jesus wartet schon – wie am Brunnen.“
Der Autor ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae und ist als Seelsorger in der Familien- und Jugendarbeit tätig.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Um wie viel Uhr kommt Jesus zum Brunnen? – Um die sechste Stunde, also um 12 Uhr mittags
Was lässt die Frau stehen, als sie in die Stadt zurückkehrt? – Ihren Wasserkrug
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