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INSA-Studie: Schlechtes Zeugnis für die Familienpolitik

Familie und Kinder schenken Halt und Glück, während Einsamkeit und Depression unter jungen Menschen zunehmen und die Geburtenrate stagniert.
Familie mit Kleinkind: Studie zum Internationalen Tag der Familie
Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer (www.imago-images.de) | Der Familienpolitik der Ampel-Koalition stellt die INSA-Studie ein vernichtendes Zeugnis aus.

Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat zum Weltfamilientag am 15. Mai eine repräsentative Familienstudie für Deutschland veröffentlicht. Bereits die große INSA-Familienstudie 2022 hatte die hohe Bedeutung der Familie als wichtigen Faktor in Krisenzeiten herausgestellt. Für 87 Prozent der Befragten ist Familie auch 2024 sehr wichtig (67 Prozent) oder wichtig (20 Prozent). Bei den Befragten mit eigenen Kindern sind es sogar 95 Prozent. Vor 40 Jahren haben die Vereinten Nationen den 15. Mai als Internationalen Tag der Familie ausgerufen.

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Der Familienpolitik der Ampel-Koalition stellt die INSA-Studie ein vernichtendes Zeugnis aus. Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sind der Meinung, dass die deutsche Politik der Familie nicht genug Anerkennung schenke. In den Augen von mehr als einem Drittel (38 Prozent) macht Familienministerin Lisa Paus eine schlechte Arbeit. 27 Prozent der Befragten kennen Lisa Paus nicht, während von den 60 Prozent, die sie kennen, fast zwei Drittel finden, sie leiste keine gute Arbeit. Auch halten 49 Prozent der Befragten Deutschland für nicht kinderfreundlich.

Familienpolitik hat Chance verpasst

INSA sieht hierin seitens der Politik eine „verpasste Chance, dem demographischen Wandel mit einer guten Familienpolitik entgegen zu wirken“. Laut der Zahlen des Statistischen Bundesamte stagnierte die Geburtenrate in Deutschland zuletzt weiter bei 1,36 Kindern pro Frau. INSA fand heraus, dass 41 Prozent der befragten Kinderlosen zwar Kinder wollen oder gewollt hätten, diesen Wunsch aber (noch) nicht realisieren konnten. Besonders in den Altersgruppen der 18- bis 29-Jährigen und der 30-bis 39-Jährigen konnte fast jeder Zweite seinen Kinderwunsch noch nicht erfüllen. 

Besonders in der jungen Generation haben laut der INSA-Ergebnisse außerdem Einsamkeit und Depression weiter zugenommen. Bei den unter 30-Jährigen haben oder hatten 55 Prozent bereits eine Depression. Mit 27 Prozent fühlt sich mehr als jeder Vierte in der Gesellschaft einsam. Dies gilt vor allem für Kinderlose (32 Prozent), während Eltern seltener einsam sind (24 Prozent). Junge Menschen unter 30 sind mit 39 Prozent am einsamsten, während die Generation der über 60-Jährigen mit 20 Prozent am wenigsten einsam ist.

Kirchen bieten keinen Halt mehr

Die Mehrheit der Befragten hält die klassische Familie aus Vater, Mutter und Kind(ern) für die optimale Lebensform. 86 Prozent halten es für wünschenswert, dass Kinder mit Vater und Mutter in einem Haushalt aufwachsen. Für die meisten Menschen wirkt sich Familie positiv auf ihr Glücklichsein aus (76 Prozent) und wird als soziale Absicherung empfunden (73 Prozent). In Krisen wenden sich fast zwei Drittel (60 Prozent) zunächst an ihre Familie, während sich weitere 38 Prozent an Freunde, 16 Prozent an staatliche Beratungsstellen und nur sechs Prozent an die Kirchen wenden. Der Glaubwürdigkeitsverlust der Kirchen, der sich in konstant steigenden Austrittszahlen der großen Amtskirchen dokumentiert, werde auch hier bestätigt, so INSA. DT/fha

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