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Für höhere Geburtenrate müssen strategische Entscheidungen berücksichtigt werden

Forschung der Universitäten Mannheim und Bonn zeigt: Wer Kinderzahlen erhöhen will, muss Berufs- und Lebensentwürfe von Frauen ernst nehmen.
Familie und Beruf
Foto: Imago/Zoonar | Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, treffen Frauen strategische Entscheidunge - und das häufig lange vor der Geburt ihres ersten Kindes.

Frauen treffen strategische Entscheidungen, um Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Diese  beeinflussen unter anderem auch, wie viele Kinder sie bekommen. Dies geht aus einem im Dezember 2025 veröffentlichten Diskussionspapier mit dem Titel „Navigating Motherhood: Endogenous Penalties and Career Choice” (dt.: „Die Herausforderungen der Mutterschaft: Endogene Nachteile und Berufswahl“) hervor.

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Laut der auf Daten der niederländischen Statistikbehörde basierenden Studie des „EPoS Economic Research Centers“ der Universitäten Bonn und Mannheim wählen Frauen ihren Beruf oder die Größe ihrer Familie mit Blick auf ihre langfristigen Lebensziele. Während die einen bewusst familienfreundliche Berufe - etwa im Bildungsbereich - ergreifen, um sich überwiegend selbst um ihre Kinder kümmern zu können, entscheiden sich andere für eine kleinere Familie und eine externe Kinderbetreuung, um ihre Karriere voranzutreiben. 

„Einige Mütter treffen diese Entscheidungen lange vor der Geburt ihres ersten Kindes“, erklärt Studienautorin Yasemin Özdemir von der Universität Bayreuth in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Portal „MKK Echo“. Zuschüsse für die Kinderbetreuung hätten bei diesen Lebensentwürfen nur geringen Einfluss - und führten daher möglicherweise nicht zu mehr Geburten. „Unsere Forschung liefert einen Erklärungsansatz, warum finanzielle Hilfen für die Kinderbetreuung möglicherweise keinen bedeutenden Babyboom auslösen“, so Özdemir.

Während gut verdienende Mütter zusätzliche finanzielle Mittel für eine hochwertige Betreuung nutzen, setzen die anderen auf flexible Arbeitszeitmodelle, um mehr Zeit mit den eigenen Kindern zu verbringen. Letztere haben tendenziell mehr Nachwuchs. 

Einkommensverluste geringer als erwartet

Zudem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass langfristige Einkommensverluste von Frauen in familienfreundlichen Berufen deutlich geringer als erwartet ausfallen. Der Verlust betrage etwa zweieinhalb Prozentpunkte der Einkommenseinbußen, welche Frauen bedingt durch die Mutterschaft im Vergleich zu Männern erleiden.

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„Politiker, die das Ziel verfolgen, die Geburtenrate zu steigern, sollten realistisch sein und die beschriebenen strategischen Entscheidungen von Frauen berücksichtigen“, so Özdemir. Solange das gesellschaftliche Leitbild darin bestehe, „entweder viel Zeit oder Geld in Kinder zu investieren“, würden „Frauen sich weiterhin aus solchen Berufsfeldern zurückziehen, die wenig Flexibilität für die Kindererziehung bieten, oder weniger Kinder bekommen“. DT/jna

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