Impulse des „Instituts für Ehe und Familie“ für Tagespost-Leser

Stiefmütterlich

Jedes ermutigende Wort, das wir jetzt aussäen, wird Frucht bringen.

Ermutigende Worte in Zeiten von Corona
Was wir jetzt in Corona-Zeiten besonders benötigen, ist der Blick auf das Schöne: Es gilt, über die Grenze des Jetzt hinauszudenken. Foto: Christian Charisius (dpa)

„Wahnsinn, wie ausverkauft alles war! Du kannst Dir das nicht vorstellen: kaum ein Parkplatz frei, die Regale ausgeräumt – was haltbar ist, haben die Leute mitgenommen. Und was macht man, wenn man dann die letzten zwei Gläser Sugo im Regal sieht? Na, selber nehmen!“ Geschichten wie diese haben wir in den letzten Tagen vor dem Lockdown wohl alle gehört. Geschichten von Einkaufswagen, voll bepackt mit Nudeln, Sugo, Klopapier und Seife. Komischerweise berichtet jeder aber immer nur vom Inhalt der Einkaufswägen der anderen.

Für Begegnungen bleibt nur das Telefon

Ein Anruf bei meinen Eltern, die 300 Kilometer entfernt wohnen, beide über 70 Jahre und somit offiziell der Risikogruppe zugehörig. Eigentlich hätten wir uns in wenigen Tagen zu einem großen Geburtstagsfest getroffen, mit vielen Verwandten. Und wenig später zur Erstkommunion unserer Jüngsten bei uns in Wien. Vorerst bleibt für Begegnungen nur das Telefon: „Weißt Du, M. hat für uns noch eingekauft und alles vor die Tür gestellt. Blumenerde, Stiefmütterchen, alles, was ich noch für den Garten gebraucht habe. Die setze ich heute ein – auf den Balkon und in den Garten darf ich ja raus. Wenn ich das jetzt nicht mache, blüht es nicht. Und es soll ja schön sein!“ Meine Mutter und ihr geliebter Garten!

Der Garten als Zeichen der Hoffnung

Dieser Garten ist für mich ein Zeichen der Hoffnung. Klopapier, Seife, Essen… all das ist natürlich wichtig, all das brauchen wir auch. Aber was wir jetzt besonders benötigen, ist der Blick auf das Schöne. Über die Grenze des Jetzt hinauszudenken: Es geht weiter, es geht vorbei. Samen, die wir jetzt säen, werden austreiben! In der Natur und in uns. Jedes Aufeinanderzugehen, jedes ermutigende Wort wird Frucht bringen. Behandeln wir unsere Sorge stiefmütterlich!
 
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Ehe und Familie (IEF) in Wien, einer Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz, bietet Ihnen „Die Tagespost“ für die Dauer der Corona-Krise täglich einen Tipp für Ehen und Familien. Weitergehende Hintergründe, Informationen und Analysen finden Sie in Ihrer jeden Donnerstag erscheinenden TAGESPOST sowie auf www.ief.at.

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