Impulse des „Instituts für Ehe und Familie“ für Tagespost-Leser

Richtschnur

Gerade in Phasen der eigenen Not kann man sich am Rosenkranz festhalten.

Rosenkranz - verlässliche Orientierungshilfe
Ob der ganze Rosenkranz oder nur ein Gesätzchen, abends bei Kerzenschein gemeinsam gebetet – es ist eine Richtschnur, die uns leiten kann. Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

In manchen Handwerksberufen gibt es das Werkzeug der „Richtschnur“, das ist eine straff gespannte Schnur, die gerade Linien vorgibt. Sie ist eine verlässliche Orientierungshilfe, um notwendige Arbeiten erfolgreich und präzise ausführen zu können. Im übertragenen Sinn kennen wir dieses Wort als innere oder äußere Maxime, nach der man seine Bewertungen oder sein Verhalten richten kann.

Der Beter erlebt die Freude der Verkündigung

Auch der Rosenkranz ist auf einer Schnur aufgefädelt. Dieses Gebet, das sich aus Bibelzitaten, Fürbittruf und Betrachtungen zusammensetzt, ist eine jahrhundertealte katholische Gebetstradition. Durch die Anfügung der sogenannten Geheimnisse geht man gemeinsam mit Maria die wichtigsten Stationen des Evangeliums mit. Der Beter erlebt die Freude der Verkündigung, die gleichzeitig eine große Herausforderung für das junge Mädchen Maria war, eilt mit der schwangeren Maria zu Elisabeth, die Hilfe braucht, sucht mit der verzweifelten Mutter den verlorenen Teenager, trauert mit Maria über den geschundenen Leib ihres geliebten Sohnes am Kreuzweg, jubelt mit Maria und der ganzen Kirche über das Geheimnis der Auferstehung und Himmelfahrt. Das ganze Spektrum menschlicher Regungen wird bei diesen einzelnen Stationen berührt, Freude und Leid, Hoffnung und Erfüllung.

Der Rosenkranz ist alles andere als verstaubt

Dieses uralte, aus dem Mittelalter stammende Gebet ist alles andere als verstaubt – gerade in Phasen der eigenen Not kann man sich an dieser geistigen Richtschnur festhalten. Der Beter kann sich Perle für Perle aus dem inneren Sumpf herausziehen, kann in den Gebetsrhythmus der Kirche einstimmen, wenn eigene Worte fehlen. Vieles lernt man ja schon durch aufmerksames Beobachten. So auch hier: Durch die betende Betrachtung lernt man von ihr, der Königin des Himmels, der Magd des Herrn, der Mutter Gottes. Versuchen wir es auch als Familie: Ob der ganze Rosenkranz oder nur ein Gesätzchen, abends bei Kerzenschein gemeinsam gebetet – es ist eine Richtschnur, die uns leiten kann.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Ehe und Familie (IEF) in Wien, einer Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz, bietet Ihnen „Die Tagespost“ für die Dauer der Corona-Krise täglich einen Tipp für Ehen und Familien. Weitergehende Hintergründe, Informationen und Analysen finden Sie in Ihrer jeden Donnerstag erscheinenden TAGESPOST sowie auf www.ief.at/coronahilfe

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