Würzburg

Wie die Umweltbewegung „Fridays for Future“ das Diskussionsklima in der Gesellschaft erhitzt

Ersatzreligion Umweltschutz. Früher lief der ehemalige „Fridays for Future“-Aktivist Clemens Traub selbst bei den Demonstrationen gegen den Klimawandel mit, heute schreibt er ein Buch, das die Bewegung sehr kritisch beurteilt.
Demo "Friday for Future" in  Berlin
Foto: Jochen Eckel via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Der Einsatz für das Klima stellt nach Ansicht von Clemens Traub für viele Jugendliche eine Ersatzreligion dar. Im Bild: Demo "Friday for Future" in Berlin

In seinem neuen Buch beschreibt der ehemalige „Fridays for Future“-Aktivist Clemens Traub die Gefahr, dass die Umweltschutzbewegung durch emotionale Argumentation die Gesellschaft spaltet. Die stark ideologisierte Debatte führt Traub darauf zurück, dass der Einsatz für das Klima für viele Jugendliche eine Ersatzreligion darstellt.  Früher lief er selbst bei den Demonstrationen gegen den Klimawandel mit, heute schreibt er ein Buch, das die Bewegung sehr kritisch beurteilt: Der Politikstudent und Buchautor beobachtet, dass die aktuelle Klimadebatte durch emotionale Argumentationsstrategien zu einer ideologischen Diskussion wird und so zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt.

Orientierungslose Jugend

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Den Grund dafür sieht Clemens Traub unter anderem in der heutigen Orientierungslosigkeit der Jugendlichen. „Ich habe häufig den Eindruck, dass bei vielen Leuten in unserer heutigen Zeit, in der es bei vielen Menschen nicht mehr diese ganz klaren religiösen Wertvorstellungen gibt, ein ganz starker Glaube an das total Gute und das total Böse in der Klimadebatte entsteht. Deswegen gibt es auch so viele moralische Schuldvorwürfe und Menschen bekommen den Eindruck, dass auf sie mit dem erhobenen Zeigefinger, als vermeintliche Klimasünder, heruntergeschaut wird.“

Unsoziale Bewegung

Wegen ihres ideologischen Auftretens würde sich die Klimabewegung „Friday's for Future“ oft gegen den Menschen wenden, anstatt den Klimawandel für den Menschen zu stoppen. „Also es gibt bestimmte Punkte, in denen die Bewegung total unsozial wirkt - so, dass ihnen die Menschen in ihrer Gesellschaft - aufgrund ihres fanatischen Selbstbilds – relativ egal sind.“ Zu einem menschengerechten Umweltschutz könne besonders die Kirche beitragen, „weil sie genau um die Würde eines jeden einzelnen Menschen weiß.“ Denn nur eine Klimabewegung, die sich für den Menschen einsetze, könne letztlich erfolgreich sein. DT/vwe

Warum der junge Umweltschützer „Friday's for Future“ empfiehlt, in Kirchengemeinden zu gehen und, ob er selbst christlich ist, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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