Flut in Deutschland

Vier Wochen nach der Flut: Eine kurze Bestandsaufnahme

Für viele geht es um die Frage „Gehen oder bleiben?“: Was ist in den vergangenen vier Wochen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen bereits geschehen?
Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz
Foto: Thomas Frey (dpa) | Die Bundesstraße, die durch das Ahrtal führt, ist bei Altenahr hinter einem Tunnel durch die Flut weggerissen worden.

Vier Wochen ist es her, dass die verheerende Flutkatastrophe Städte und Ortschaften in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen einfach weggespült, schwer verwüstet oder komplett zerstört hat. Mehr als 180 Menschen verloren dabei ihr Leben – allein im rheinland-pfälzischen Ahrtal stieg die Zahl der Todesopfer auf 140. Mehr als Vierzigtausend sind im Ahrtal insgesamt von der Katastrophe betroffen, haben Haus, Arbeit und damit die eigene Existenz verloren. Doch was ist in den vergangenen vier Wochen in den betroffenen Regionen bereits geschehen? 

Zahlreiche Bahnstrecken komplett zerstört

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In den nordrhein-westfälischen Gebieten funktioniert das Mobilfunknetz inzwischen wieder überall und fast alle betroffenen Haushalte haben wieder Strom. Das Leitungswasser ist endlich wieder ohne vorheriges Abkochen trink- und nutzbar. Ausnahmen seien hier noch Erftstadt-Blessem, Euskirchen, Swisttal-Odendorf, hier werde das Wasser zur Sicherheit noch gechlort, berichtet der WDR.

Die „Was geht noch nicht wieder“-Liste ist leider länger: Zahlreiche Bundesstraßen und Autobahnen, wie die A1 und die A61, sind nach wie vor gesperrt. Unzählige Bahnstrecken des Nah- und Fernverkehrs sind komplett zerstört – sehr stark betroffen seien hier vor allem der Kreis Euskirchen und die Bahnstrecken nahe der Grenze nach Rheinland-Pfalz, so der WDR.

Ein Gang durch eine Schuttlandschaft

Das schlimmste sind aber die vielen zerstörten und unbewohnbar gewordenen Wohnhäuser, Firmengebäude, Schulen und Gebäude des täglichen Lebens. Ein Gang durch die Ortschaften im Ahrtal gleicht auch vier Wochen nach der Katastrophe dem Gang durch eine Schuttlandschaft, in der sich links und rechts der Wege meterhohe Trümmerberge türmen. Hier und da sind Bundeswehr und THW zwar noch im Einsatz, doch viele der Betroffenen fühlen sich inzwischen mit ihren Sorgen und Nöten alleine gelassen.

Zu allem Überfluss scheint es auch mit den von Bundes- und Landesregierung zugesicherten Geldern eher stockend voranzugehen. Der Unmut darüber wird größer, denn wie sollen die Menschen hier ohne Geld und dringend benötigtem Baumaterial an Wiederaufbau denken? Ein Wiederaufbau, der für viele aber gar nicht in Frage kommt, denn viele Opfer können sich ein Leben hier nicht mehr vorstellen und so stellt sich für einige Familien und Hausbseitzer die Frage: Gehen oder bleiben?

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