Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Streamdienst kämpft um Nutzer

Netflix wächst auch mit neuem Tarif langsamer

Der Streamingdienst schafft keine Kehrtwende: Laut einer Abonnentenanalyse geht die mit dem günstigen Tarif verbundene Strategie nicht auf.
Netflix
Foto: Daniel Reinhardt (dpa) | Insgesamt entwickelt sich der Streaming-Riese mit etwa 223 Millionen Kunden weltweit (Stand Ende September) nicht so wie erhofft: Die Gesamtzahl seiner neuen Kunden in den Vereinigten Staaten war im November ...

Der neue werbefinanzierte Netflix-Tarif wurde laut dem „The Wall Street Journal“ nicht so angenommen wie von der Online-Plattform erhofft. Die zweitauflagenstärkste US-Zeitung beruft sich dabei auf eine Untersuchung des „auf Abonnementanalysen spezialisierten Unternehmens“ Antenna. 

Netflix führte am 3. November in den Vereinigten Staaten zusätzlich zu den Standard-Tarifen (je nach Funktionen zwischen 9,99 und 19,99 Dollar pro Monat) einen werbefinanzierten Tarif für 6,99 Dollar pro Monat ein. Damit sollte der Kundenstamm erweitert werden. Allerdings stellte sich laut „Antenna“ heraus, dass im Einführungsmonat auf den neuen Tarif lediglich neun Prozent der Netflix-Neuanmeldungen entfielen. Von denen waren 57 Prozent Anwender, die sich neu oder erneut anmeldeten, 43 Prozent aber User, die sich für den günstigeren Tarif entschieden.

Netflix entwickelt sich nicht wie erhofft

Das könne nicht im Sinne des Streaming-Giganten sein, so „The Wall Street Journal“, bestehe das Ziel von Streaming-Diensten bei der Einführung von preisgünstigeren Tarifen doch darin, „so viele neue Nutzer wie möglich zu gewinnen, und gleichzeitig die Zahl derer zu minimieren, die von teureren Tarifen absteigen“.

Lesen Sie auch:

Als Vergleich führt das US-amerikanische Blatt ebenfalls von „Antenna“ veröffentlichte Daten von der Streaming-Plattform HBO Max an, die im Juni 2021 seinen eigenen werbefinanzierten Tarif für 9,99 US-Dollar pro Monat eingeführt hatte: Im ersten Monat seien darauf 15 Prozent der US-Neuanmeldungen entfallen, nur 14 Prozent vom Standardtarif „abgestiegen“. Der Anteil der Online-Kunden, die das werbefinanzierte Angebot eines Streaming-Dienstleisters nutzen, variiert allerdings stark: Bei HBO Max-Abonnenten seien es 21 Prozent, bei Hulu ca. 57 Prozent, aber 90 Prozent der Abonnenten des zu NBCUniversal gehörenden Streaming-Dienstleisters Peacock nutzten den günstigeren Tarif.

Insgesamt entwickelt sich der Streaming-Riese mit etwa 223 Millionen Kunden weltweit (Stand Ende September) nicht so wie erhofft: Die Gesamtzahl seiner neuen Kunden in den Vereinigten Staaten war im November niedriger als im Oktober, so Antenna. Außerdem: „Der neue Plan hat bisher nicht dazu beigetragen, die durchschnittlichen Einnahmen von Netflix pro Abonnent zu erhöhen“, so Antenna-Geschäftsführer Jonathan Carson. Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob der neue Plan zu einem neuen Wachstum führen werde.  DT/jg

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung

Weitere Artikel

Kate Winslets Regiedebüt „Goodbye June“ ist ein Familiendrama über Abschied, Nähe und alte Konflikte. 
05.03.2026, 14 Uhr
José García

Kirche

Schluss mit dem Museum im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo: Leo XIV. kehrt in die ursprüngliche Sommerresidenz der Päpste zurück.
30.05.2026, 17 Uhr
Giulio Nova
„Wissen muss mit Gewissen zu tun haben“, fordert der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl beim Festakt zum 80. Geburtstag der Katholischen Hochschulgemeinde Wien.
29.05.2026, 14 Uhr
Laetitia Mayr
Was Papst Leo XIV. über die Liturgie sagt, könnte auch von Benedikt XVI. stammen. Und auch eine Botschaft für die deutschen Katholiken lässt sich seiner Katechese entnehmen.
29.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Botschaft des Papstes lautet, dass große Veränderungen nur gemeinsam zu erreichen sind – und Umkehr immer möglich ist.
30.05.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker