Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Unwort Remigration

Kritik am Unwort des Jahres

Der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes nimmt in einem Gastbeitrag eine kritische Betrachtung über den Umgang mit unserer Sprache vor.
Remigration:  Unwort des Vorjahres ist ein Wort aus diesem Jahr.
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Das Unwort des Vorjahres ist ein Wort aus diesem Jahr. Die Festlegung dieses Unwortes zeigt Elemente einer Sprachpolizei.

Vor einer Woche wurde das deutsche Volk über das Unwort des Jahres 2023 "belehrt": „Remigration“. Nach Ansicht des langjährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, setze "eine vermeintlich neutrale Jury" mit dieser Wahl "ihre einseitige Reihe von linken Hassbegriffen fort", wie Kraus in einem Beitrag für die "Tagespost" schreibt. An dieser konkreten Wahl sei jedoch zweierlei interessant.

Lesen Sie auch:

Zum einen, dass der Begriff „Remigration“ erst in diesem Jahr Einzug in den Wortschatz des Alltags gefunden habe, betont Kraus. "Zum anderen, dass die Rückführung von Migranten – und nicht anderes meint Remigration – auch Teil des Regierungsprogramms der amtieren Ampelkoalition ist."

Sprachpolizeiallüren

Im Grunde sei die Unwort-Aktion nur ein weiteres Mosaikteilchen im Repertoire staatlicher Sprachpolizeiallüren, die leider stark an das Orwell‘sche Wahrheitsministerium erinnerten, beklagt Kraus. Letzten Endes handele es sich um "Sprachmanipulation als Herrschaftsinstrument". Rücksicht auf die eigentliche Bedeutung von Wörtern oder deren Ursprung interessieren dabei niemanden.

Der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes durchleuchtet diese Entwicklungen in seinem aktuellen Beitrag für die "Tagespost".  DT/smo

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost eine kritische Würdigung des Unwortes des Jahres 2023.

Themen & Autoren
Vorabmeldung George Orwell Josef Kraus Remigration Unwort des Jahres

Weitere Artikel

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Johannes Hartl hat theologische Ansätze kritisiert, die überlieferte Glaubenswahrheiten relativieren. Warum Hartl recht und seine Kritiker unrecht haben.
12.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch