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„Kommt zu mir“

Oberammergau rüstet sich für die 42. Passionsspiele, die am 14. Mai beginnen.
Passionsspiele Oberammergau
Foto: Angelika Warmuth (dpa) | Der Spielleiter der Passionsspiele, Christian Stückl, steht neben dem neuen Plakat für die Passion 2022.

Passionsspielleiter Christian Stückl ist in Oberammergau geboren. Er ist mit dem Versprechen des Dorfs 1634, die Passion aufzuführen, aufgewachsen. Das gilt auch für die Hälfte der etwa 5000 Oberammergauer, die bei der Aufführung dabei sind; die Spiele werden am 14. Mai eröffnet und dauern bis zum 2. Oktober mit 103 Aufführungen. 450.000 Zuschauer werden erwartet.

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Kommt alle zu mir

Stückl leitet die Passionsspiele, die alle zehn Jahre stattfinden, zum vierten Mal. Er will Jesus im Vergleich zu den bisherigen Spielzeiten „weniger aufs Theologische als viel mehr aufs Soziale und Ethische bringen“. Die ersten Worte Jesu werden lauten: „Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Kommt, die ihr geschwächt seid von der Last des Unglücks und des Kummers!“

Im Augenblick laufen noch die Vorbereitungen. In Dauercastings konnten sich die Einheimischen um die beliebtesten Rollen bewerben. Alle Gemeindemitglieder sind spielberechtigt, ob christlichen, muslimischen, sonstigen oder keines Glaubens. Diesmal spielt der Muslim Cengiz Görür den „Judas, weil Stückl ihn als guten Schauspieler schätzt. Eines aber bedauert der Spielleiter: „Was schade ist: wir haben keinen Juden.“  DT/ari

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen Bericht über die Passionsspiele in Oberammergau.

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