Transgender-Gesetz

J.K. Rowling opponiert gegen schottisches Transgender-Gesetz

Die Autorin von Harry Potter kritisiert eine schottische Gesetzesvorlage, mit der „Geschlechtsumwandlungen“ von Transpersonen wesentlich erleichtert werden sollen.
Autorin J.K. Rowling
Foto: Joel C Ryan (Invision/AP) | J.K. Rowling, britische Autorin, bei einer Filmpremiere. Die Bestseller-Autorin fürchtet, dass im Zuge von Transgender-Gesetzen das Recht von Frauen beeinträchtigt wird, sich an Orte zu begeben, die für sie ...

Die Harry Potter-Autorin J.K. Rowling protestiert auf dem Kurzmitteilungsdienst „Twitter“ heftig gegen eine neue schottische Transgender-Gesetzesvorlage, mit der das erforderliche Alter für „Geschlechtsumwandlungen“ herabgesetzt und die Abschaffung einer medizinischen Diagnostik im Falle einer Genderdysphorie abgeschafft werden soll. Darüber berichtet die französische Tageszeitung „Le Figaro“.

Seit einiger Zeit dem Vorwurf der "Transphobie" ausgesetzt

Die Schriftstellerin, die schon seit einiger Zeit dem Vorwurf der „Transphobie“ ausgesetzt ist, mache nun erneut von sich reden, schreibt das Blatt. Auf ihrem Twitter-Account habe sie ihren Dissens gegenüber Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon in Bezug auf eine Gesetzesänderung zum Ausdruck gebracht, „die darauf abzielt, das Verfahren zur Änderung des Geschlechts im Personenstand für Transpersonen zu vereinfachen“.

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Die Bestseller-Autorin fürchte vor allem, dass dies das Recht von Frauen beeinträchtige, sich an Orte zu begeben, die für sie reserviert sind, etwa auf Toiletten oder an bestimmte Zufluchtsorte. In einem Tweet empörte sie sich: „Das Gesetz, das Nicola Sturgeon in Schottland zu erlassen versucht, wird den vulnerabelsten Frauen der Gesellschaft schaden: denen, die nach von Männern begangenen Gewaltakten oder Vergewaltigungen Hilfe suchen, wie auch den Frauen im Gefängnis“. 

Ärztliches Attest soll nicht mehr nötig sein

Bei dem von Rowling kritisiertem Gesetzentwurf handelt es sich um die „Gender Recognition Reform Bill“, die dem schottischen Parlament in der letzten Woche zur Abstimmung vorgelegt wurde. Die Vorlage ziele darauf ab, das Einholen eines Anerkennungszertifikats für das von Transpersonen gewünschte Geschlecht zu „vereinfachen“. Um ein solches Dokument zu erhalten, fordere das aktuelle Gesetz eine ärztliche Diagnose, die eine Genderdysphorie dem betroffenen volljährigen Patienten bestätige, der seit mindestens zwei Jahren gemäß seiner neuen Identität leben müsse.

Diese Kriterien sollen nun nach Vorschlag des neuen Gesetzes aufgehoben werden, wie der Figaro schreibt: „vor allem durch die Abschaffung eines ärztlichen Attestes und die Herabsetzung des erforderlichen Alters auf 16 Jahre“. Darüber hinaus werde der geforderte Zeitrahmen, in dem der Patient seine neue Identität leben müsse, von zwei Jahren auf drei Monate reduziert. Hinzu kämen noch drei Monate einer „Bedenkzeit“. 

Schottlands Premierministerin kritisiert Rowling

Nicola Sturgeon habe sich laut Figaro „grundsätzlich gegen“ den Tweet von J.K. Rowling ausgesprochen. Gegenüber der BBC habe sie ihre Gesetzesvorlage verteidigt und unterstrich: dass es sich dabei um „einen Vorgang handelt, durch den die Leute legal ihr Geschlecht ändern können. Es geht darum, dies weniger traumatisierend und weniger menschenunwürdig für die Transpersonen zu gestalten, einer der am meisten stigmatisierten Minderheit unserer Gesellschaft. Es gibt den Transpersonen keine zusätzlichen Rechte und nimmt den Frauen aufgrund des bestehenden Gleichstellungsgesetzes auch keine ihrer Rechte weg“. Die Vorlage müsse jedoch erst einmal einen vollständigen Gesetzgebungsprozess durchlaufen, fügte sie hinzu.

J.K. Rowling entgegnete darauf: „Mehrere Frauengruppen haben der Regierung von Nicola Sturgeon belegte Nachweise vorgelegt – über die möglichen negativen Folgen für Frauen und Mädchen einer solchen Gesetzgebung. Alles wurde ignoriert“.  DT/ks

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