Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Untersuchung gefordert

Uni Würzburg: Studenten warnen vor „neurechter Diskursverschiebung“

Eine Gruppe von Studenten fürchtet, dass der Diskurs auf dem Lehrstuhl für Neueste Geschichte „gefährlich einseitig“ wird. Der Lehrstuhlinhaber weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Eingang der Universität Würzburg
Foto: IMAGO/Harald Dostal (www.imago-images.de) | Die Studenten fordern eine transparente Untersuchung der Lehrinhalte und kritisieren, dass Themen wie der Holocaust am Lehrstuhl kaum behandelt würden.

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wird derzeit eine kontroverse Debatte über die Lehrinhalte am Lehrstuhl für Neueste Geschichte geführt. Eine Gruppe von Studenten hat einen Antrag eingebracht, der vor einer möglichen „neurechten Diskursverschiebung“ warnt. „Wir befürchten, dass die akademische Freiheit in der Lehre zunehmend unter Druck gerät und der Diskurs auf diesem Lehrstuhl gefährlich einseitig wird“, erklärte ein Vertreter der Antragstellergruppe.

Lesen Sie auch:

Die Studenten fordern eine transparente Untersuchung der Lehrinhalte sowie eine Ausweitung des Lehrangebots, um eine breitere Perspektive im Geschichtsunterricht zu gewährleisten. Sie kritisieren, dass Themen wie der Holocaust am Lehrstuhl kaum behandelt würden.

Lehrstuhlinhaber spricht von politisch motivierter Kampagne

Der Lehrstuhlinhaber Peter Hoeres und sein Mitarbeiter Benjamin Hasselhorn hingegen werten die Vorwürfe als Teil einer politisch motivierten Kampagne, die sich gegen ihre Person und die von ihnen vertretenen Ansichten richte. Hasselhorn: „Weder ich noch irgendjemand sonst an unserem Lehrstuhl steht personell oder inhaltlich der ,Neuen Rechten‘ nah. Ich für meinen Teil bin Mitglied der CSU und engagiere mich in vielfältiger Weise für den Erhalt der freiheitlich demokratischen Grundordnung, auch publizistisch […] Keiner der Beschwerdeführer des Würzburger Studierendenparlaments hat mit mir das Gespräch gesucht, niemand hat auch nur nachgefragt, was an den Vorwürfen gegen mich dran ist. Sie haben sich stattdessen unmittelbar an die Universitätsleitung gewendet und sogar durch ein Hinzuziehen von angeblich ihnen ,positiv gesinnten‘ Pressevertretern direkt an die Öffentlichkeit.“

Die Universität Würzburg hat sich bisher zurückhaltend geäußert. Die Sprecherin des Rektorats, Esther Knemeyer, erklärte: „Die Ausrichtung der Lehre an der Universität Würzburg fällt unter die grundgesetzlich geschützte Freiheit von Forschung und Lehre. Wir nehmen jedoch die Anliegen der Studierenden ernst und werden die vorgebrachten Punkte sorgfältig prüfen.“  DT/smo

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung CSU Holocaust Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Weitere Artikel

Vor dreißig Jahren am 28. März starb der Philosoph Hans Blumenberg nach einem außergewöhnlichen Leben. Eine biografische Hommage.
28.03.2026, 13 Uhr
Uwe Wolff
Wo liegen die historischen Ursprünge des „Rechtskatholizismus“? Rechtskatholizismus hat es im vereinheitlichenden Wortsinn nie gegeben.
17.03.2026, 15 Uhr
Sebastian Zellner
In „Andor Hirsch“ erzählt László Nemes von einem Jungen-Schicksal in Budapest 1957.
14.05.2026, 09 Uhr
José García

Kirche

Wieder hat ein Abschlussbericht der Studiengruppen zum synodalen Weltprozess für Verwirrung gesorgt - diesmal ging es um praktizierte Homosexualität gläubiger Christen.
21.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Wir verlieren uns in Strukturdebatten: Ist aus dem konziliaren Auftrag zum Laienapostolat ein Kampf um kirchliche Macht geworden? Gedanken zur Frage nach Sendung, Amt und kirchlicher Autorität.
21.05.2026, 18 Uhr
Dorothea Schmidt
Bodenlos bis Begeisternd: Das Pendel des Würzburger Katholikentags schwang zwischen Extremen.
21.05.2026, 13 Uhr
Regina Einig
Ein Hirtenbrief der polnischen Bischöfe löst in Polen eine Welle der Kritik aus und wirft die Frage auf, wie stark antijüdische Ressentiments unter den Gläubige verbreitet sind.
20.05.2026, 16 Uhr
Agnieszka Will