Weihnachtsstudie

Nach der Pandemie werden die Kirchen auch Weihnachten leer sein

Gottesdienstbesuch nimmt ab. Die Pandemie hat möglicherweise Traditionen und Bräuche verändert. Studie fragt wie Weihnachten gefeiert wird.
Weihnachtsbeleuchtung  auf der Straße Unter den Linden in Berlin.
Foto: Jörg Carstensen (dpa) | Eine Weihnachtssudie der Universität der Bundeswehr in München untersucht Bräuche und Traditionen zu Weihnachten. Im Bild: Weihnachtsbeleuchtung auf der Straße Unter den Linden in Berlin.

Die Absicht einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen ist im Jahr 2022 noch einmal deutlich gesunken. Noch 2019 haben 23,6 Prozent der Menschen in Deutschland an Weihnachten einen Gottesdienst besucht. In diesem Jahr tragen sich nur noch 15,4 Prozent der Bundesbürger mit der Absicht an Weihnachten eine Kirche zu einem Gottesdienst aufzusuchen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg. Für die Studie waren Anfang Dezember rund 1200 Menschen online befragt worden. Nach den strengen Regeln mit Abstand, Maske, Teilnehmerobergrenzen, 2G, 3G und ähnlichen Auflagen im Vorjahr und 2020, gelten in diesem Jahr im Grunde keine besonderen staatlichen Einschränkungen zu Weihnachten. Bedingt durch die Energiekrise werden allerdings viele Kirchen nicht geheizt. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass die Pandemie hinsichtlich des Gottesdienstbesuches Traditionen verändert haben. 

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Mehrheit macht eine Bescherung

Die Studie hat auch ermittelt, was die Deutschen am 24. Dezember tun. Knapp die Hälfte wolle Filme schauen. Meistgenannt waren dabei Klassiker wie «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Kevin allein zu Haus» oder «Der kleine Lord». Viele feiern das Fest der Geburt Christi auch ohne religiösen Bezug. So planen 65 Prozent der Befragten der Studie zu Folge eine Bescherung und ein gemeinsames Abendessen. Weihnachtslieder werden der Studie zu Folge eher gehört als selber gesungen. 

Gute Stimmung trotz Krise

„Wir lassen uns die Laune nicht nehmen“, so fasst Studienleiter Philipp Rauschnabel die Stimmung in Deutschland in einer Pressemeldung zur aktuellen Studie zusammen. Die meisten Menschen litten unter der Krise. Für das Weihnachtsfest hätten sie jedoch ihre Wege gefunden, diese Krise auch in finanzieller Hinsicht gut zu meistern, so der Wissenschaftler in seinem Resümee. Die Universität der Bundeswehr hat nun seit 2018 zum fünften Mal in Folge eine Weihnachtsstudie unternommen. Weihnachten sei ein hochkomplexes und spannendes Fest, begründet Forschungsleiter Rauschnabel sein andauerndes Interesse an Weihnachten. Die Schwerpunkte der Studie sind von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich gelagert. Im Fokus stehen Traditionen, Bräuche und Konsumverhalten. DT/pwi


Die Studie findet sich hier

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