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J.K. Rowling triumphiert: Frau ist, wer als Frau geboren wurde

Die „Harry Potter“-Autorin sorgte mit dafür, dass in Großbritannien nun unzweideutig vor dem Gesetz gilt: Nur Personen, die biologisch als Frauen geboren wurden, gelten als Frauen.
Die britische Autorin J.K. Rowling
Foto: imago stock&people (www.imago-images.de) | Die britische Judikative gibt J.K. Rowlings Ansichten vollumfänglich recht und belohnt damit das jahrelange Durchhalten der Harry-Potter-Autorin.

Der britische Supreme Court hat entschieden, wer vor dem Gleichstellungsgesetz als Frau gilt: nämlich nur Personen, die biologisch als Frauen geboren wurden. Das Urteil ist ein Sieg für die Gruppe „For Women Scotland“, die sich gegen ein Gesetz der schottischen Regierung aus dem Jahr 2018 juristisch zur Wehr gesetzt hat, das eine 50-prozentige Frauenquote in öffentlichen Gremien vorsah, was allerdings auch Transfrauen, also biologische Männer, mit inbegriffen hatte. Dies wurde nun vom Obersten Gericht Großbritanniens zurückgewiesen - einstimmig.

Seit Jahren mit „Transphobie“-Vorwürfen überhäuft

Große Genugtuung über das Urteil des Supreme Courts verspürt auch „Harry Potter“- und „Cormoran Strike“-Autorin J.K. Rowling: Die erfolgreichste Schriftstellerin der Gegenwart bezeichnete auf „X“ die Aktivistinnen von „For Women Scotland“, die Berichten zufolge seit Jahren von der Autorin finanziell unterstützt werden, als „außergewöhnlich“. Das Urteil bedeute Schutz für Frauen und Mädchen.

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Das Urteil des höchsten Gerichts des Vereinigten Königreichs kann auch als eine Art nachträgliche Bestätigung des langjährigen publizistischen Einsatzes Rowlings gegen eine überbordende Gender- und Gleichstellungsgesetzgebung gesehen werden, aufgrund derer sich die Autorin sowohl in den Sozialen Medien als auch in Hollywood seit längerem dem Vorwurf der „Transphobie“ ausgesetzt sieht. Selbst die ehemaligen „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint, die Rowlings Romanvorlage ihre Karrieren im Showbusiness verdanken, gingen auf Distanz zur Schriftstellerin - und Schauspieler, die voller Freude ihr Engagement in der 2026 anlaufenden Serienneuverfilmung von „Harry Potter“ ankündigen, sehen sich Shitstorms und Anfeindungen ausgesetzt.

Eine toughe Frau, die sich nicht unterkriegen lässt

Doch die britische Judikative gibt nun J.K. Rowlings Ansichten vollumfänglich recht und belohnt damit das jahrelange Durchhalten einer Frau, die sich von einer alleinerziehenden  Mutter und Sozialhilfeempfängerin zur Bestsellerautorin und Milliardärin hocharbeitete – und im Gegensatz zu anderen „Celebrities“ keine Scheu davor hat, sich bei sprungbereit-feindseligen Twittermobs und lautstarken Wokeness-Minderheiten unbeliebt zu machen.

Gefühlte Wahrheiten, gefühlte Geschlechtszugehörigkeiten und das Leugnen biologischer Tatsachen – mit J.K. Rowling war und ist dies nicht zu machen. Millionen britischer Frauen werden es der Schriftstellerin danken, dass auch aufgrund von Rowlings Hartnäckigkeit und der Tatsache, dass sie trotzt ihres immensen Erfolgs ihren Biss nicht verloren hat und bereit ist, für unbequeme Wahrheiten einzustehen, der gesunde Menschenverstand in der Rechtsprechung und -pflege des Vereinigten Königsreichs wieder Vorfahrt hat.

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Stefan Ahrens

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