"Gringo"

Normale Bürger mitten in kriminellen Intrigen: Der Spielfilm "Gringo" ist eine Art Kreuzung aus Hitchcock und den Coen-Brüdern mit viel Action und Witz.
Foto: Tobis | Der unbescholtene Angestellte Harold (David Oyelowo) wird von seinen Chefs, darunter Elaine (Charlize Theron), nach Mexiko abgesandt. Plötzlich wird er in Drogengeschäfte verwickelt.

Ganz normale Menschen, die in ganz normalen Verhältnissen leben und sich plötzlich in kriminelle Machenschaften verwickelt sehen, kehren in den Filmen von Alfred Hitchcock immer wieder. Ähnlich ergeht es dem unbescholtenen US-Bürger nigerianischer Abstammung Harold Soyinka (David Oyelowo) im Spielfilm „Gringo“ von Anthony Tambakis und Matthew Stone (Drehbuch) sowie Nash Edgerton (Regie). Weil Harold trotz eines guten Jobs in der Pharmaindustrie privat bankrott ist, lässt er sich von seinen Bossen Richard (Joel Edgerton) und Elaine (Charlize Theron) bereitwillig nach Mexiko schicken, um ein Labor zu besuchen. Was Harold aber nicht weiß: Richard und Elaine planen die Einführung einer Marihuana-Pille, und er soll den Prototyp im Labor abliefern. Plötzlich gerät der „Gringo“ ins Visier eines mexikanischen Drogenkartells. Aber auch ein ehemaliger Söldner (Sharlto Copley) und die US-Drogenfahndung machen Jagd auf ihn.

Den Trailer zum Film sehen Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=fKDII-8OjW4

Die aberwitzige Action-Komödie hat mit einem Hitchcock-Film allerdings nur den Ausgangspunkt gemeinsam. Die grotesken, aufeinanderfolgenden Situationen und Wendungen erinnern eher etwa an „Fargo“ (Joel und Ethan Coen, 1996), in dem ein „normaler“ Mensch zwei Kleinkriminelle mit der Entführung seiner Frau beauftragt, und damit eine Reihe absurde Situationen ins Rollen bringt. Auch das Drehbuch von „Gringo“ lässt in einem sehr hohen Tempo den Zuschauer sich fragen, was hier Planung und was Zufall ist, oder auch wer eigentlich gegen wen kämpft. Dennoch: Der Akzent liegt nicht so sehr auf dem teilweise hanebüchenen Drehbuch. Vielmehr überzeugen die Dialoge – wobei sich mitunter etwas Ernstes in die witzigsten Situationen einschleicht: „Natürlich glaube ich an Gott. Was für ein Mensch glaubt nicht an Gott?“ – und insbesondere auch die Schauspieler. Allen voran Charlize Theron, die als Mitproduzentin des Films offensichtlich die besten Szenen und Gags für sich reserviert hat. In Erinnerung bleibt außerdem ebenfalls die ambivalente Figur des Söldners, des ehemaligen Auftragsmörders, der nun bei einem Hilfswerk in Afrika arbeitet.

DT/José García

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