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Die Schätze der Notre-Dame

Viele Schätze birgt die Kathedrale Notre-Dame. Die Dornenkrone gehört dabei zu den wertvollsten Stücken.
Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame
Foto: Francisco Seco (AP) | Notre-Dame: Zahlreiche Artefakte wurden offenbar gerettet.

Notre-Dame in Flammen! Hilf- und fassungslos wurde die Welt Zeuge, wie sich die Feuersbrunst vom Chor zum Westwerk fraß, das Dach zu einem Gerippe von Balken entfleischte und der von gierig leckenden Flammenzungen umgloste Vierungsturm in einer Feuergarbe unterging.

Erinnerungen an New York

Die heitere Bläue des Himmels über dem lebensgefährlich verletzten Großbau und der Kontrast zur sich aufbäumenden Rauchsäule – das ließ Erinnerungen wach werden an New York. Der Dom des Weltkapitalismus versank; die Kathedrale von Paris scheint es überstanden zu haben. Ob sie aber überlebt? Notre-Dame de Paris, die Kirche Unserer Lieben Frau, ist mehr als ein Gotteshaus. Sie ist ein Symbol; für Frankreich, aber auch für das christliche Abendland. Nicht nur als hübsches Postkartenmotiv, auf dem eine der das Regenwasser vom Dach speienden Teufelsfiguren mürrisch und grimmig zum Eiffelturm hinüberblickt. Sie legt auch Zeugnis ab vom typisch europäischen Drang zum Schneller, Höher und Weiter.

Die Geschichte beginnt im 12. Jahrhundert

Zwei Jahrzehnte bevor der vom Bauernjungen zum Bischof aufgestiegene Maurice de Sully 1163 den Grundstein für die neue Bischofskirche legte, war in der benachbarten Abtei St. Denis ein Kirchenneubau angegangen worden. Da wollte der Pariser Oberhirte nicht hintanstehen. Begonnen wurde Notre-Dame noch im Rundbogenstil der Romanik; nach dem Chor sollten das Quer- und das Langhaus errichtet werden. Mit dem Bau entwickelte sich aber auch die Mode weiter. Wieder war das Vorbild die mächtige Nachbarschaft, wo bereits Frühgotik angesagt war. Durch Kombination einiger schon länger bekannter Elemente wie Spitzbogen und Rippengewölbe konnte in St. Denis höher und schlanker gebaut werden. Nur noch ein Skelett von Stützen wurde benötigt. An die Stelle wuchtiger Mauern traten riesige Fenster, durch die das Licht Gottes in den Raum fluten konnte.

DT/mee (jobo)

 

Wie die Geschichte von Notre-Dame weiterging und welche wertvollen Schätze in der Pariser Kathedrale zu bestaunen waren und nach dem Wiederaufbau hoffentlich bald wieder zu bestaunen sind, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 18. April 2019.

Themen & Autoren
Georg Blüml Abendland Bischof Notre-Dame

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