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Wiener Alttestamentler: Kein Raum für Dekonstruktion der Geschlechter

Der Wiener Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger wendet sich in der Tagespost-Beilage "Welt&Kirche" gegen Versuche, homosexuelle Handlungen als gleichwertig anzuerkennen. Die Ethik des Alten und Neuen Testaments verwerfe einhellig die Homosexualität.
Ludger Schwienhorst-Schönberger ist Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Wien.
Foto: privat | Ludger Schwienhorst-Schönberger ist Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Wien.

Ausgehend von der biblischen Schöpfungserzählung begründet der Wiener Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger, dass die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen sein wesentliches Merkmal ist.

Dabei hebe die geschlechtliche Differenzierung die zugrunde liegende Einheit nicht auf, sondern entfaltet sie, so der Theologe in der Tagespost-Beilage „Welt&Kirche“ zur Begleitung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland.

Auf Fruchtbarkeit hingeordnet

Zum einen sei die Zweigeschlechtlichkeit auf Fruchtbarkeit hingeordnet, zum anderen unter dem Aspekt der Beziehung gesehen. Beide Erzählungen seien komplementär zu lesen. Sie stehen nicht in Widerspruch zueinander, sondern die zweite Erzählung greift einen Aspekt der ersten Erzählung heraus und entfaltet ihn: die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau.

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Die biblische Tradition lasse daher kein Interesse an der Vorstellung einer „performativen Verflüssigung, an einer Denaturalisierung oder einer subversiven Resignifikation oder Veruneindeutigung der binären Geschlechterkonstellation“ erkennen, wie sie heute in einigen Kreisen als emanzipatorisches Projekt propagiert werde.

Altes und Neues Testament verbieten Homosexualität

Dabei kenne das Alte Testament diese Phänomene sehr wohl, verwerfe sie jedoch: „Die binäre Geschlechterkonstellation soll nicht verschleiert oder dekonstruiert werden.“ So verbiete das Alte Testament den Transvestismus und homosexuelle Handlungen.

Dabei zeigten die Gesetze und Erzählungen, dass die Bibel sehr wohl zwischen sittlich erlaubten und sittlich nicht erlaubten heterosexuellen Handlungen unterscheidet (vgl. Dtn 22,22-29; 2 Sam 13,1-22). Prinzipiell wäre eine solche Unterscheidung auch in der Bewertung homosexueller Beziehungen möglich gewesen. Altes wie Neues Testament teilten diese Sicht jedoch nicht. Dieser könne nicht außer Acht gelassen werden, so Schwienhorst-Schönberger, der in der Sache auch die Päpstliche Bibelkommission in ihrem jüngsten Dokument zur biblischen Anthropologie anführt, die zu dem Ergebnis kommt, dass es in der Heiligen Schrift keine Anhaltspunkte für wertschätzende Einstellungen zu homosexuellen oder lesbischen Beziehungen gibt. DT/ska

 

Ludger Schwienhorst-Schönberger wendet sich in der Tagespost-Beilage "Welt&Kirche" gegen die Dekonstruktion der christlichen Lehre vom Menschen als Mann und Frau. Mehr lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost Beilage "Welt&Kirche".

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