Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg/Vatikanstadt

Tschugguel: „Man kann nicht den Lebensschutz gegen mich ausspielen“

Der österreichische Lebensrechtler Alexander Tschugguel, der sich jüngst bekannte, die „Pachamama“-Figuren entwendet zu haben, verteidigt seine Aktion und beklagt: Die Kirche habe sich einem globalistischen Programm unterworfen.
Alexander Tschugguel
Foto: privat | Glaubt, dass jeder Mensch die Rettung durch Christus brauche: der österreichische Lebensrechts-Aktivist Alexander Tschugguel.

Der österreichische Lebensrechtler Alexander Tschugguel hat im Interview mit der „Tagespost“ Stellung zu seiner Entwendung der sogenannten „Pachamama"-Figuren bezogen. Tschugguel sagte, man habe sie nicht nur aus Gründen des erstens Gebots „abgeräumt“, sondern auch „weil dahinter eine Ideologie steckt, die seit Jahrzehnten über die Befreiungstheologie Einzug in die katholische Kirche gefunden hat“. Die Kirche habe sich im Zuge der Synode einer „Diktion“ untergeordnet. „Die Holzfiguren werden benutzt für ein globalistisches Programm“, so Tschugguel weiter.

Kein Widerspruch zu Engagement für den Lebensschutz

Lesen Sie auch:

Der Organisator für den „Marsch für das Leben“ in Wien verwahrte sich zudem gegen den Vorwurf von Kardinal Christoph Schönborn, der den Umgang mit den Holzfiguren kritisierte, da sie schwangere Frauen darstellten. Schönborn hatte erklärt, dass die Figuren Ausdruck für die Heiligkeit des Lebens sein: „Wer 'pro life' ist, sollte in dieser Statue ein deutliches Zeichen für das Leben sehen.“

In den sozialen Netzwerken wurde Tschugguel dafür kritisiert, ausgerechnet die Figuren schwangerer Frauen ins Wasser gestoßen zu haben, während er vorgebe, sich als Organisator des „Marsches für das Leben“ für den Schutz menschlichen Lebens einzusetzen. Auf die Frage, ob er darin keinen Widerspruch sehe, antwortet Tschugguel: „Diese Kritik ist nicht sehr statthaft.“ Zum einen stünden die Figuren für Fruchtbarkeitsgöttinnen. Zum anderen sei er gläubiger Katholik und habe deswegen die Darstellungen aus der Kirche „geräumt“.

Jeder Mensch braucht die Rettung durch Christus

Darüber hinaus wolle er erreichen, „dass nicht unterschieden wird zwischen Menschen, die Katholiken sein dürfen und Menschen, die es nicht sein dürfen, weil Leute hier in Europa entscheiden, dass die Menschen dort eine ganz authentische Religion haben, die man nicht beeinträchtigen und deshalb nicht missionieren dürfe“. Er glaube, so Tschugguel, dass jeder Mensch die Rettung durch Christus brauche. „Ich will, dass die Kinder dort getauft werden, ich will, dass dort keine Kinder abgetrieben werden, und ich will, dass nicht etwas gutgeheißen wird, was man als offenen Infantizid bezeichnen muss.“

Viele indigenen Stämme, so Tschugguel, würden ihr Kind im Dschungel zurücklassen, wenn sie es nicht akzeptierten – „wo es dann elendig zugrunde geht. Man kann hier nicht den Lebensschutz gegen mich ausspielen, das funktioniert nicht.“

DT/mga/mlu

Wie Alexander Tschugguel seine Aktion verteidigt: Lesen Sie das komplette Interview in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Redaktion Befreiungstheologie Jesus Christus Kardinäle Katholikinnen und Katholiken Katholische Kirche Katholizismus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Schwangerschaftsabbruch

Weitere Artikel

Manfred Hauke und Richard Schenk beweisen, dass ihr Lehrer, Kardinal Leo Scheffczyk, ein Meister der Unterscheidung ist.
15.02.2026, 15 Uhr
Manuel Schlögl
Die Gesellschaft der ausländischen Missionen zu Paris hält das Gedenken an jene Christen wach, die im 19. Jahrhundert in Asien für ihren Glauben gestorben sind.
07.06.2026, 19 Uhr
Ignacio García Lascurain Bernstorff
Elisabeth Langgässer schrieb mit dem „unauslöschlichen Siegel“ einen der großen Romane der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ein Erzählband hebt die katholische Autorin nun wieder aufs Tapet.
14.06.2026, 17 Uhr
Uwe Wolff

Kirche

Bei einer Podiumsdiskussion in der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen führende Kirchenvertreter aus der Ukraine über Glaube im Krieg und eine möglich Aussöhnung mit Russland.
30.06.2026, 17 Uhr
Michael Leh
Kurz vor den Bischofsweihen warnt der Papst die Priesterbruderschaft St. Pius X. vor einem „schismatischen Akt“. Jetzt reagiert deren Generaloberer mit einem persönlichen Brief.
30.06.2026, 13 Uhr
Meldung
Den Synodalen Weg in seinem Lauf hält offenbar weder Papst noch Kurie auf: Die eigentlich obsolete deutsche Kommission zur Frauenweihe sucht Mitglieder.
30.06.2026, 11 Uhr
Regina Einig