Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung "Divine Renovation"

Theologisch konservativ, methodisch liberal

Der kanadische Geistliche James Mallon setzt bei der Gemeindeerneuerung auf Alphakurse.
Father Mallon
Foto: Toni/CPS | Father James Mallon ist von der Möglichkeit der Wiederbelebung von Pfarreien überzeugt.

Der kanadische Geistliche James Mallon hat bei einer Konferenz der Gemeindeerneuerungsbewegung „Divine Renovation“ dazu ermutigt, die Pfarrei als zentralen Ort der Mission in den Blick zu nehmen und die Verkündigung des Evangeliums Vorrang vor der Besitzstandswahrung einzuräumen.

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Als konkretes Instrument für einen missionarischen Neuanfang in der Gemeinde setzt der Pfarrer, dessen Erfahrungsbericht „Wenn Gott sein Haus saniert“ auch in deutscher Sprache erschienen ist, auf Alphakurse.

Bethsaida-Momente in Gemeinden

87 Prozent der Pfarreien, die vorwiegend im angelsächsischen Sprachraum von seinen Mitarbeitern geschult werden, arbeiten mit Alpha zusammen. Mit Nachdruck warnte er vor Selbstverzwergung: Es gebe „Bethsaida-Momente“ in den Gemeinden, sagte er in Anspielung auf die Perikope von der Heilung des Blinden im Markusevangelium 8,22-26. Die „postchristliche Lähmung“ lasse sich überwinden. Allerdings brauche es wenigstens sechs Jahre, um eine Gemeinde missionarisch in Bewegung zu bringen. Strukturen als solche würden allerdings nie eine Erneuerung bewirken. Auf den Geist, mit dem sie erfüllt würden, käme es an. 

Erneuerung ist möglich

Pfarrer Mallon äußerte sich gegenüber dieser Zeitung zutiefst davon überzeugt, dass die Erneuerung der Pfarrei innerhalb des lehramtlich verfassten Rahmens der Kirche möglich ist. Man konzentriere sich auf die Erneuerung der einzelnen Gemeinde: „Divine Renovation ist theologisch konservativ und methodisch liberal“ Das anvertraute Glaubensgut werden von Generation zu Generation tradiert, aber die Art und Weise, in der der Glaube vermittelt werde, erfordere ein Umdenken. Man solle auch nach Evidenzen fragen: Wohin führe welche Reform? In Kanada habe die katholische Kirche zwar keinen leichten Stand, aber sie sei dennoch besser aufgestellt als die anglikanische Kirche, die de facto aussterbe. 

Harrogate
Foto: TONI/CPS | Feierliche Messe auf der Konferenz zur „Divine Renovation",

Knapp tausend Teilnehmer aus 72 Diözesen und 19 Ländern tauschten sich vorige Woche im nordenglischen Harrogate über die Erneuerung der Pfarrgemeinde aus. DT/reg

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Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen ausführlichen Bericht über die Divine Renovation- Konferenz in Harrogate.

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