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Synodaler Weg: Marx warnt vor Ziehen roter Linien

Münchner Erzbischof will Polarisierung zwischen vermeintlich „wahren Katholiken“ und „Weicheiern“ vermeiden. Runter von den hohen Rössern und Eseln!
Kardinal Reinhard Marx: : „Ja es ärgert mich, aber ich schlucke es herunter“
Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa) | Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, ruft alle am Synodalen Weg Beteiligten dazu auf, es für möglich zu halten, dass der andere auch vom Geist ...

Der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat vor dem Ziehen roter Linien beim

gewarnt. Es helfe nichts, bereits vorab rote Linien vorzugeben oder anderen zu unterstellen, die Kirche zu spalten, sagte Marx am Dienstag im Münchener Presseclub. Er wolle alle ermutigen, von ihren „hohen Rössern oder Eseln - was auch immer“ herunterzukommen.

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Die Beteiligten sollten aufeinander zugehen und bereit sein, es für möglich zu halten, dass der andere auch vom Geist Gottes inspiriert sei. Das gelte für beide Seiten. Deshalb sei ein Synodaler Weg mehr als ein parlamentarischer Prozess, wo einfache Mehrheiten die Entscheidung brächten, so Marx laut einer Mitteilung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA).

In der Vorwoche hatte der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) rote Linien für die Beratungen des Synodalen Weges gezogen und mit einem Ausstieg gedroht. Rote Linien seien erreicht, wenn die Forderungen des kfd nach mehr Mitbeteiligen von Frauen in kirchlichen Entscheidungsprozessen und einem deutlich höheren Frauenanteil in den Leitungspositionen der Diözesen nicht erfüllt würden und kein „plausibles und nachhaltiges Votum“ der deutschen Bischöfe für die Frauenweihe nach Rom gesendet würde, hieß es. Die Initiative Maria 1.0 hatte dem widersprochen und gegenüber dieser Zeitung erklärt, für sie sei die Lehre der katholischen Kirche die Grenze, die beim Synodalen Weg nicht überschritten werden dürfen.

Kardinal Marx: „Ja es ärgert mich, aber ich schlucke es herunter“

Bei der Veranstaltung im Presseclub äußerte sich Marx auch zu kritischen Aussagen von Mitbrüdern in Bezug auf Papst Franziskus oder zu anderen kirchliche Entwicklungen. „Ja, es ärgert mich. Aber ich schlucke es runter“, sagte der Erzbischof. Manchmal reize es ihn durchaus, zu antworten. Dennoch wolle er bei seiner Strategie bleiben. Er wolle keine Polarisierung zwischen vermeintlich „wahren Katholiken“ und vermeintlichen „Weicheiern“ befeuern, betonte Kardinal Marx. „Was sind das für Bilder!“ Solche Urteile seien polemisch, auch persönlich herabsetzend. Darauf wolle er nicht reagieren, auch wenn er eigentlich ein diskussionsfreudiger Mensch sei. 

Der von den deutschen Bischöfen beschlossene Synodal Weg hat hat am ersten Adventssonntag begonnen. Die erste Synodalversammlung findet vom 30. Januar bis 1. Februar in Frankfurt am Main statt.

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