Vatikanstadt

Papst sieht Christen auch in Europa verfolgt

Franziskus beklagt Christenverfolgung weltweit: Sie geben ihr Leben für den Glauben oder werden mit „weißen Handschuhen“ an den Rand gedrängt.
Papst Franziskus zu Christenverfolgung
Foto: Simon Kremer (dpa) | Papst Franziskus erinnert an die Leiden vieler Christen, die für ihren Glauben Verfolgung erleiden oder an den Rand gedrängt werden.

Papst Franziskus hat die Christenverfolgung weltweit beklagt und das Zeugnis der bedrängten und leidenden Christen gewürdigt. Auch in Europa sieht der Pontifex Gläubige unter Druck. Christenverfolgung sei auch in der Gegenwart eine Realität, so der Papst. „Heute werden in der Welt, in Europa, viele Christen verfolgt, und sie geben ihr Leben für den eigenen Glauben. Oder sie werden mit ,weißen Handschuhen‘ verfolgt, sie werden links liegen gelassen und an den Rand gedrängt…Das Martyrium ist einem Christen, einer christlichen Gemeinschaft, die Luft zum Atmen“, sagte Franziskus nach Angaben von „Vatican News“ bei der Generalaudienz am Mittwoch.

Es gebe immer Märtyrer unter uns, so der Papst weiter. „Das ist ein Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg Jesu gehen. Es ist ein Segen des Herrn, dass es im Volk Gottes Männer oder Frauen gibt, die dieses Zeugnis des Martyriums ablegen.“ Das Martyrium der Christen sei Zeichen ihrer Nachfolge Jesu, betonte der Papst in seiner Katechese. Im Rahmen seiner Ansprachen während der Generalaudienzen setzte er seine Reihe über die Apostelgeschichte fort: Im 21. Kapitel begegne einem der heilige Paulus nicht nur als unermüdlicher Verkünder des Evangeliums, sondern auch als leidender Zeuge des auferstandenen Herrn, sagte Franziskus. Wie Jesus sei Paulus seinen Gegnern verhasst gewesen.

„Diese Menschen haben ihren Glauben
nicht verhandelt – sie sind uns Beispiel“
Papst Franziskus

Laut „Vatican News“ nahm der Papst auch Bezug auf sein Treffen mit ukrainischen Pilgern der Ruthenischen griechisch-katholischen Kirche von Mukatschewo, das am Mittwochmorgen im im Petersdom stattgefunden hatte. Bei dieser Begegnung hatte Franziskus an die Verfolgung zur Zeit des Sowjetregimes erinnert. Bei der Generalaudienz kam der Papst kurz darauf zu sprechen: „Wie dieses Volk verfolgt wurde; wie sehr es für das Evangelium gelitten hat! Doch diese Menschen haben ihren Glauben nicht verhandelt – sie sind uns Beispiel.“

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Die Verteidigungsrede des Paulus vor dem König Agrippa sei zu einem machtvollen Glaubenszeugnis geworden, setzte Franziskus seine Ansprache fort. Seine leidenschaftliche Erzählung über die eigene Bekehrung habe das Herz des Königs so sehr berührt, dass dieser fast bereit gewesen sei, sich zum Christentum zu bekehren (vgl. Ap 26). Er erklärte Paulus für unschuldig, doch der Apostel appellierte nun an den Kaiser in Rom, Cäsar. So musste Paulus letztlich seine Ketten weitertragen. „So ging die unaufhaltsame Reise des Wortes Gottes Richtung Rom weiter. Der gefangene Paulus kam hierher nach Rom. Ab diesem Moment war das Bild das Paulus das eines Gefangenen, dessen Ketten Zeichen seiner Treue zum Evangelium und seines Zeugnisses des Auferstandenen sind“, betonte der Papst.

Die Standhaftigkeit des Apostels zum Vorbild nehmen

Diese Ketten seien zwar eine Demütigung vor der Welt, aber in den Augen des Glaubens seien sie eine Verbindung zu Christus. Dieser Glaube sei für Paulus „keine Theorie oder Meinung über Gott und die Welt“ gewesen, sondern eine Prägung im Herzen durch Gottes Liebe, sagte Franziskus. Alle Christen sollten sich die Standhaftigkeit des Paulus zum Vorbild nehmen, betonte der Papst. „Paulus lehrt uns Beharrlichkeit in Momenten der Prüfung und die Fähigkeit, alles mit den Augen des Glaubens zu sehen. Bitten wir den Herrn, durch die Fürsprache dieses Apostels unseren Glauben zu erneuern und uns dabei zu helfen, unserer Berufung als Christen bis ins Innerste treu zu sein, als Jünger des Herrn, als Missionare.“

DT/VN

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