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„Maria 1.0“ fordert Marienweihe der deutschen Kirche

Nachdem das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die Satzung des „Synodalen Wegs“ angenommen hat, äußert die Initiative „Maria 1.0“ abermals Kritik am geplanten Reformprozess. Die Gottesmutter Maria sei diejenige, die die Kirche durch die Glaubenskrise führen könne.
Maria 1.0: Deutsche Kirche der Muttergottes weihen
Foto: Julian Stratenschulte (dpa) | Indem die Bischöfe im Rahmen des „Synodalen Wegs“ die deutsche Kirche der Muttergottes weihten, wäre Maria diejenige, die die Kirche durch die Glaubenskrise führen würde, heißt es in einer Erklärung von „Maria 1.0“.

Mit einer Marienweihe der katholischen Kirche in Deutschland will die Initiative „Maria 1.0“ auf die Annahme der Satzung des „Synodalen Wegs“ durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) reagieren. In der Gottesmutter Maria sieht „Maria 1.0“ ein „klares und erfolgreiches Modell für die nötigen Reformen. Ihr unbedingtes Ja zum Wort Gottes und zu seinem Anruf, ihr ,mir geschehe nach Deinem Wort', ist das erfolgreiche Urmodell des Christentums“.

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Mit der Bedeutung der Kirche im Leben auseinandersetzen

Indem die Bischöfe im Rahmen des „Synodalen Wegs“ die deutsche Kirche der Muttergottes weihten, wäre Maria diejenige, die die Kirche durch die Glaubenskrise führen würde, heißt es in einer Erklärung von „Maria 1.0“. In diesen schwierigen Zeiten sei jeder einzelne Christ dazu aufgerufen, sich mit der Bedeutung der Kirche im eigenen Leben auseinanderzusetzen. „Dabei sollte auch über den Tellerrand hinausgeschaut werden, in andere Regionen der Welt, in denen die katholische Kirche nach wie vor wächst.“

Zudem wiederholte „Maria 1.0“ die Forderung, dass beim „Synodalen Weg“ dringend über Neuevangelisierung gesprochen werden müsse - „nicht nur zwischendurch oder ein bisschen in den schon vorgesehenen Foren“. Das Thema sollte ein eigenes Forum bekommen, „um einen Platz zu haben, in dem die Glaubenskrise Deutschlands eingehend analysiert“ werde. „Dadurch könnten neue Ansätze gefunden werden, Menschen in Deutschland für den katholischen Glauben und die Frohe Botschaft von Barmherzigkeit, Liebe und Hoffnung zu begeistern.“

Sonderweg, "der zur Abspaltung von der Weltkirche führt"

Vergangenen Freitag hatte das ZdK im Rahmen seiner Herbstvollversammlung grünes Licht für den unter dem Titel „Synodaler Weg“ geplanten Reformprozess der katholischen Kirche gegeben. Eine große Mehrheit der Mitglieder stimmte für die Satzung, 17 Mitglieder dagegen, fünf enthielten sich. Die zunächst auf zwei Jahr angelegte Initiative wird somit am 1. Dezember starten.

„Maria 1.0“ wies darauf hin, dass das ZdK bei Weitem nicht alle deutschen Katholiken repräsentiere. Viele Gläubige seien nicht einverstanden mit dem Prozess in seiner derzeitigen Form. Es herrsche die Sorge, dass die katholische Kirche in Deutschland einen Sonderweg gehe, „der zur Abspaltung von der Weltkirche führt“. Anstatt die Menschen näher zu Gott zu führen, würden die geplanten Reformen die Kirche weiter in eine falsche Richtung leiten.

DT/mlu

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