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Kommentar um „5 vor 12“: Im Nachhinein ein Riesenfehler

Nicht der Inhalt des Zölibats-Buchs von Kardinal Robert Sarah wurde zur Botschaft, sondern die Unprofessionalität seiner Produktion.
Blick auf den Vatikan
Foto: (dpa-Zentralbild/euroluftbild.de) | Der Vorabbericht in „Le Figaro“ zum neuen Buch von Kardinal Sarah ist in Santa Marta und bei den Medienverantwortlichen im Vatikan übelst aufgestoßen, so dass schließlich Benedikt seine Mitautorenschaft bestritten hat.

„Von meiner Seite kann der Text in der von Ihnen vorgesehenen Form veröffentlicht werden.“ So steht es in dem Brief vom vergangenen 25. November an Kardinal Robert Sarah, mit dem der Emeritus seinen für das Zölibats-Buch geschriebenen Beitrag freigegeben hat. Zu der Präsentation des Buchs, zu der Unterzeichnung der Einführung und der Zusammenfassung am Schluss, zu der Frage der Autorenschaft auf dem Cover – dazu hat Benedikt XVI. nichts geschrieben.

Kein Vertrag, Detailfragen blieben ungeklärt 

Das war Aufgabe der Verleger, allen voran Nicolas Diat, der die Produktion der französischen Erstausgabe beim Verlagshaus Fayard betrieben hat. Dass diese dann blauäugig das Büchlein gestaltet haben – aus Werbegründen darauf bedacht, Benedikt XVI. als Co-Autor hinzustellen –, ohne etwa mit dem emeritierten Papst einen regelrechten Vertrag mit der Klärung der Detailfragen abzuschließen, erwies sich jetzt im Nachhinein als ein Riesenfehler.

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Der Vorabbericht in „Le Figaro“ zu dem Buch ist in Santa Marta und bei den Medienverantwortlichen im Vatikan übelst aufgestoßen, so dass schließlich Benedikt seine Mitautorenschaft bestritten hat. Nicht der Inhalt des Buchs wurde zur Botschaft, sondern die Unprofessionalität seiner Produktion.

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