Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Hamburg

Erzbistum Hamburg plant 2020 mit Millionendefizit

Das mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfende Hamburger Erzbistum gibt seinen Wirtschaftsplan für das kommende Jahr bekannt – der Etat wird um 19 Millionen niedriger sein als noch im laufenden Jahr.
Hamburg: Finanzplanung für 2020 vorgestellt
Foto: Marcus Brandt (dpa) | Den größten Teil der verfügbaren Mittel sollen mit 39 Prozent die Pfarreien und mit 29 Prozent die Schulen erhalten. Im Bild: die Hamburger Kirche Sankt Michaelis.

Die finanziell problematische Lage im Erzbistum Hamburg wird auch 2020 andauern: Für das kommende Jahr plant man mit einem Etat von 226 Millionen Euro – 19 Millionen weniger, als für das laufenden Jahr vorgesehen waren. Zudem wird ein Defizit von 29 Millionen Euro einkalkuliert. Dies gab das Erzbistum Hamburg bekannt, nachdem der Wirtschaftsrat am Montag den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr verabschiedete.

120 Millionen aus Kirchensteuer

Lesen Sie auch:

Demnach soll der Jahresverlust vor allem durch die Instandsetzungsaufwendungen für Schulen und Gebäude in Pfarreien entstehen, aber auch durch die „hohen notwendigen Rückstellungen“ für Pensionen der Priester und Lehrer des Erzbistums. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer sollen im kommenden Jahr 120 Millionen Euro betragen. Darüber hinaus rechnet das Erzbistum mit 55 Millionen staatlicher Finanzhilfe für die katholischen Schulen. Den größten Teil der verfügbaren Mittel sollen mit 39 Prozent die Pfarreien und mit 29 Prozent die Schulen erhalten.

Dem Hamburger Generalvikar Ansgar Thim zufolge befinde sich das Erzbistum weiter in einer schwierigen finanziellen Situation. „Durch die Umsetzung des Schulentwicklungsplans, die Beseitigung des Instandhaltungsstaus in den Pfarreien und an anderen kirchlichen Gebäuden sowie bei gleichzeitiger Fortführung aller bisherigen Aktivitäten würde sich die bilanzielle Überschuldung des Erzbistums weiter erhöhen.“

Ausgewogenes wirtschaftliches Handeln notwendig

Notwendig sei ein ausgewogenes wirtschaftliches Handeln zwischen Investitionen, kaufmännischer Vorsicht sowie einer neuen inhaltlichen Schwerpunktsetzung für die mittelfristige Sanierung. Bereits im November hatte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße angekündigt, dass man sich von vielen Kirchen und anderen Immobilien trennen wolle, um zusätzliches Geld in die Kassen des Erzbistums zu bringen.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Erzbischöfe Geistliche und Priester Generalvikar Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Kirchensteuer Pfarrei

Weitere Artikel

Ohne die Kirche laufen die Menschen Gefahr, den Glauben so auszulegen, wie er ihnen gerade subjektiv am besten passt.
22.09.2026, 07 Uhr
Pascal Landahl
Nachdem ORF-Generaldirektor Roland Weißmann über schlüpfrige Chatnachrichten gestolpert ist, kehrt beim Alpen-ÖRR keine Ruhe mehr ein.
01.05.2026, 13 Uhr
Alexander Eiber

Kirche

Die Schönstätter Marienschwestern feiern 100-jähriges Bestehen: Die Generaloberin Schwester Joanna M. Buckley erläutert die Ziele ihrer marianisch geprägten Pädagogik.
04.10.2026, 15 Uhr
Regina Einig
Erntedank: Warum wir nicht nur einmal im Jahr für volle Erntekörbe danken sollten, sondern täglich auch für das, was anders kommt als geplant.
04.10.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Sie besucht einen Monat lang die Bistümer Augsburg, Freiburg und Limburg: Die Reliquienreise der heiligen Bernadette steht fest. Auf der Liste stehen 18 Klöster und Kirchen.
01.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Wir können uns nicht immer zum Richter über alles aufschwingen. In einem freien Akt der Anerkennung von etwas Größerem wird das Gute für uns sichtbar.
04.10.2026, 19 Uhr
Engelbert Recktenwald