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Ein Heiliger für Venezuela

Das war dem Papst offensichtlich wichtig: Aus dem Krankenhaus heraus hat er die Heiligsprechung des venezolanischen Arztes José Gregorio Hernández genehmigt. In dem politisch zerrissenen Land sorgt dies für seltene Harmonie.
José Gregorio Hernández
Foto: gemeinfrei / wikimedia commons | Bald der erste Heilige Venezolaner: José Gregorio Hernández auf einer zeitgenössischen Fotografie.

Er wird wohl der erste venezolanische Heilige: Die Verehrung des „Arztes der Armen“, wie der Mediziner José Gregorio Hernández (1864–1919) genannt wird, verbreitete sich bereits kurz nach seinem Tod. Schon früh entstand der Glaube, an seinem Grab seien Wunder geschehen. In Venezuela entwickelte sich Hernández zu einem „Volksheiligen“, den die Menschen sowohl bei Krankheiten als auch vor größeren Reisen anrufen. 

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Nun, nach mehr als 76 Jahren – der Prozess begann bereits 1949 –, steht die Heiligsprechung kurz bevor. Trotz seiner Erkrankung hat Papst Franziskus Ende Februar aus dem Krankenhaus heraus die Entscheidung des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse genehmigt, und angeordnet, bald ein Konsistorium einzuberufen, um das Datum der Heiligsprechung festzulegen. 

Ein „großes Geschenk“

Anlässlich seiner Seligsprechung am 30. April 2021 sagte Papst Franziskus, Hernández sei „ein Mann des universellen Dienstes“. Die Heiligsprechung sei „eine Anerkennung des vorbildlichen Lebens und der heroischen Tugenden eines Mannes, der sein Leben der Linderung menschlichen Leidens und der Vermittlung einer Botschaft der Liebe und Hoffnung widmete“, erklärte Erzbischof Raúl Biord Castillo von Caracas. Gegenüber vatikanischen Medien betonte er: „Ich glaube, dass die Heiligsprechung von José Gregorio Hernández ein großes Geschenk für die gesamte Kirche ist. Es ist ein Heiliger, dessen Verehrung sich nicht nur auf den Ort seiner Geburt beschränkt, sondern ganz Venezuela und ganz Amerika umfasst.“

Die Nachrichtenagentur „Efe“ berichtet: „Venezuela feiert mit Jubel in den Straßen, Kirchen und sozialen Netzwerken die Heiligsprechung des seligen José Gregorio Hernández, bekannt als der ‚Arzt der Armen‘ – eine ‚lang erwartete‘ Ankündigung“. Die Bürgermeisterin von Caracas, Carmen Meléndez, erklärte: „Die Heiligsprechung von José Gregorio Hernández war ein Ruf des Volkes.“ Sie würdigte das Engagement des diktatorisch regierenden Präsidenten Nicolás Maduro, der zu diesem Thema mehr als zehn Briefe an Papst Franziskus geschickt habe. Auch die Oppositionsführerin María Corina Machado äußerte auf „X“ ihre Freude: „Heute ist ein Tag tiefer Freude für alle Venezolaner über die Heiligsprechung von José Gregorio Hernández, der bereits unser erster Heiliger in der Geschichte ist. Diese gute Nachricht erneuert unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Venezuela.“ (DT/jg)

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