Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Dresden

Dresdens katholischer Bischof bedauert Rücktritt Rentzings

Mit dem sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing würden ihn Jahre enger, vertrauensvoller und ungetrübter Zusammenarbeit in der Ökumene verbinden, so Dresdens katholischer Bischof, Heinrich Timmerevers. Zuvor hatte die Kirchenleitung Rentzings Rücktritt angenommen.
Bischof Heinrich Timmerevers zum Rücktritt Rentzings
Foto: Sebastian Kahnert (ZB) | Er habe seinen evangelischen Amtsbruder als glaubhaften und geistlichen Menschen schätzen gelernt, so Dresdens katholischer Bischof Heinrich Timmerevers.

Der katholische Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers bedauert den Rückritt von Sachsens evangelischem Landesbischof Carsten Rentzing. Mit Rentzing würden ihn Jahre enger, vertrauensvoller und ungetrübter Zusammenarbeit in der Ökumene verbinden, heißt es in einer Stellungnahme des Bischofs, die das Bistum Dresden-Meißen auf seiner Homepage veröffentlichte.

Lesen Sie auch:

Timmerevers: Habe "hohen Respekt" vor Rentzings Entscheidung

Vor der Entscheidung Rentzings, von seinem Amt als Landesbischof zurückzutreten, habe er „hohen Respekt“, so Timmerevers. Er habe seinen evangelischen Amtsbruder als glaubhaften und geistlichen Menschen schätzen gelernt. „Ich erinnere mich an viele gemeinsam gefeierte Gottesdienste und sehr persönliche Begegnungen.“ Für das gemeinsame Einstehen für die Frohe Botschaft sei er Rentzing „sehr dankbar“, so der Dresdner Bischof.

„Die Glaubwürdigkeit des Evangeliums misst sich daran, wie es durch Menschen bezeugt wird, wie Barmherzigkeit gelebt wird und gemeinsam sowohl nach Frieden als auch nach Einheit gestrebt wird“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Er bete darum und wolle aktiv daran mitarbeiten, so Bischof Timmerevers, „dass wir miteinander unseren Glauben in und mit der Welt überzeugend teilen“.

Kritik an Texten für die Zeitschrift "Fragmente"

Die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche hatte Rentzings Rücktritt am Montagabend angenommen. Rentzings Rücktritt voraus gingen öffentliche Debatten über dessen Mitgliedschaft in einer schlagenden Studentenverbindung, der „Alten Prager Landsmannschaft Hercynia“, sowie einen Vortrag des 52-Jährigen in der „Bibliothek des Konservatismus“. Zudem stand der sächsische Landesbischof für mehrere Texte in der Kritik, die er vor 30 Jahren als Student für die Zeitschrift „Fragmente“ verfasst hatte.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bistum Dresden-Meißen Evangelische Kirche Heinrich Timmerevers Landesbischöfe und Landesbischöfinnen

Weitere Artikel

Soll ein christlicher Feiertag gestrichen werden? Gewerkschaften, eine Mehrheit der Bevölkerung und die Kirchen sind dagegen. Was sagt der Bund Katholischer Unternehmer?
29.05.2026, 07 Uhr
Patrick Peters
Schon vor Beginn der NS-Zeit wurde über Eugenik und Euthanasie diskutiert, auch bei den Protestanten: Vor 95 Jahren entstand der Eugenische Ausschuss der Inneren Mission.
07.04.2026, 09 Uhr
Thomas Klatt

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser