Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Bonn

Dogmatiker Menke: Gewissen ist Antenne für die Wahrheit

Das Gewissen ist wie eine Antenne, die auf die Wahrheit ausgerichtet ist, meint der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke. Gemeint ist nicht eine unter vielen Wahrheiten, sondern die uns vom Schöpfer vorgegebene.
Synodaler Weg
Foto: Harald Oppitz (KNA) | Das Gewissen ist auf die vom Schöpfer vorgegebene Wahrheit ausgerichtet.

Der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke legt in der kommenden Beilage welt&kirche die katholische Lehre vom Gewissen dar. Entgegen moderner subjektivistischer Auffassungen, die die Diskussionen auf dem Synodalen Weg der katholischen Kirche prägt, lehnt die Kirche ein „autonomes“ Gewissen ab.

Wider das "autonome" Gewissen

Vielmehr sei das Gewissen auf die vom Schöpfer vorgegebene Wahrheit ausgerichtet. Jeder Mensch kann sein Gewissen auf den Logos Gottes (die Wahrheit) ausrichten oder auch das Gegenteil praktizieren. Für den Christen ist die Bindung an die Wahrheit des Glaubens, wie die Kirche ihn lehrt, wesentlich. Ohne Bindung an diese Gemeinschaft kann man nicht Christ sein. Denn Einheit in Christus ist nichts bloß Privates, sondern Eingestaltung in das Christusbekenntnis und in die Christopraxis der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

Lesen Sie auch:

Das Gewissen ist wie eine Antenne, die auf die Wahrheit ausgerichtet ist. Gemeint ist nicht eine unter vielen Wahrheiten, sondern die uns vom Schöpfer vorgebene. Wer von etwas überzeugt ist, kann nicht ebenfalls das Gegenteil für wahr halten. Die Wahrheit ist vom Streit der Interpretationen unabhängig.
Die Freiheit des Gewissens besteht nicht in der Möglichkeit, zwischen einer wahren und einer falschen Optionen zu wählen.

Keine bloßen Wahlentscheidungen

Die Freiheit des Gewissens ist keine bloße  Wahlfreiheit. Im Gegenteil: Das Gewissen ist die Fähigkeit des Menschen, sich an den Ursprung der eigenen Freiheit binden zu können. Je fester ein Mensch sich an den Logos Gottes bindet, desto freier ist er. Und umgekehrt: Der junge Mann, dem Jesus zutraut, seinem Ruf in die besondere Nachfolge zu folgen (Lk 18,18-23), bindet sich nicht an die Wahrheit, sondern an sein Geld.

Den vollständigen Beitrag des Bonner Dogmatikers Karl-Heinz Menke lesen Sie in der Beilage welt&kirche in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Jesus Christus Karl-Heinz Menke Katholische Kirche Synodaler Weg Wahrheit

Weitere Artikel

Helmuth Hübeners kurzes Leben für eine bessere Welt findet als Filmdrama den Weg ins deutsche Kino. 
06.02.2026, 11 Uhr
Norbert Fink
Das Fest der Epiphanie zeigt eine Vernunft, die den Erlöser anbetet und gerade darin zur Wahrheit und zur Umkehr findet.
06.01.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
In Wahrheit leben, und das möglichst nicht abstrakt: Damit hat sich die Gemeinschaft „Comunione e liberazione“ in Köln befasst. Ein Interview mit Pater Gianluca Carlin FSCB.
20.03.2025, 11 Uhr
Regina Einig

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting