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Corona: 18 Prozent der Deutschen hoffen auf mehr Orientierung von den Kirchen

Erhoffen sich die Deutschen angesichts der Coronavirus-Pandemie mehr geistliche Orientierung von den Kirchen? Die Antwort hat offenbar auch mit dem politischen Interesse zu tun.
Coronavirus: Hoffen auf die Kirchen?
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | Sowohl bei katholischen wie auch bei protestantischen Befragten lag der Wert derjenigen, die auf die Kirchen bauen, mit jeweils 26 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt.

18 Prozent der Deutschen erhoffen sich angesichts der derzeitigen Coronavirus-Pandemie mehr geistliche Orientierung von den Kirchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Demnach gab eine Mehrheit von 56 Prozent der Befragten an, sich nicht mehr geistliche Orientierung zu erhoffen.

Im Westen hoffen mehr Menschen auf die Kirchen

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Im Westen Deutschlands erhoffen sich deutlich mehr Menschen (20 Prozent der Befragten), die Kirchen mögen geistliche Orientierung bieten, als dies im Osten der Fall ist (12 Prozent). Sowohl bei katholischen wie auch bei protestantischen Befragten lag der Wert derjenigen, die auf die Kirchen bauen, mit jeweils 26 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt. Konfessionslose Befragte erhoffen sich von den Kirchen aktuell nur zu sieben Prozent geistliche Orientierung, 69 Prozent tun dies nicht.

Die Erhebung, für die 2.070 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 20. und dem 23. März befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Altersgruppen auf. Demnach ist der Anteil derer, die sich von den Kirchen in der Coronakrise geistliche Orientierung erhoffen, in der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen am höchsten (20 Prozent). Am geringsten ist er bei den 18- bis 29-Jährign (15 Prozent).

Nur 9 Prozent der "überhaupt nicht" politisch Interessierten bauen auf die Kirchen

Eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage: Je stärker das politische Interesse, desto größer ist auch der Anteil derjenigen, die sich jetzt mehr geistliche Orientierung von den Kirchen erhoffen. In der Gruppe der „sehr stark“ politisch Interessierten gaben dies knapp 29 Prozent an. Im Vergleich dazu lag dieser Wert bei den „überhaupt nicht“ politisch Interessierten nur bei gut 9 Prozent. 

DT/mlu

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