In der Ära Merkel schielten viele konservative Christdemokraten voller Sehnsucht auf Friedrich Merz. Als Hoffnungsträger jener Konservativen, denen die AfD zu weit rechts war, startete er 2017 sein Comeback. Knapp ein Jahr ist er nun am Ziel angekommen: Bundeskanzler. Dass die mit seiner Person verknüpfte Hoffnung auf eine konservative Erneuerung ausgeblieben ist, hat scheinbar eine einfache und bequeme Erklärung: die SPD und die Große Koalition, in der sich die Merz-CDU wiederfindet. Doch ist es wirklich so einfach? Es hat sich die Erzählung eingebürgert, Angela Merkel habe die CDU auf einen Kurs verpflichtet, der von konservativer Seite als „Sozialdemokratisierung“ kritisiert wurde.
Ein Missverständnis namens CDU
Die CDU ist gekennzeichnet durch eine permanente Suche nach ihrer wahren Identität. Verwaltet sie am Ende einen christlich grundierten Liberalismus?
