Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Konklave

Papst trifft weitere Regelungen für Sedisvakanz

Generalrevisor für finanzielle Angelegenheiten soll künftig während einer Sedisvakanz sein Amt behalten, um heimliche Finanztransaktionen zu verhindern.
Via della Conciliazione
Foto: IMAGO/imageBROKER/Jürgen Wiesler (www.imago-images.de) | Ergänzung der Regelungen für eine Sedisvakanz: Papst Franziskus entscheidet über die Finanzaufsicht während der Sedisvakanz.

Mit einem unmittelbar wirksamen Rechtsakt hat Papst Franziskus eine Vorkehrung für die Zeit nach dem Ende seines Pontifikats geregelt. Das sogenannte Reskript regelt, dass im Falle einer Sedisvakanz (nach dem Tod oder Amtsverzicht des Papstes) zwischen den zwei Pontifikaten der Generalrevisor des Heiligen Stuhls im Amt bleiben soll. Das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Dokument wurde am Mittwoch vom vatikanischen Presseamt veröffentlicht.

Prüfung der Behörden und Ämter des Heiligen Stuhls

Nach Angaben von „Vatican News“ sei darin vorgesehen, „dass die ordentliche Verwaltung im Falle eines vakanten Apostolischen Stuhles nicht unterbrochen wird und dass die Kontrollfunktion weiterhin vom Amt des Generalrevisors unter der Aufsicht des Kardinals Camerlengo ausgeübt wird“. Der Generalrevisor untersteht dabei also unmittelbar dem Kardinal, der das Amt des Kämmerers (Camerlengo) ausübt: Seit Februar 2019 ist dies der irisch-amerikanische Kardinal Kevin Farrell.

Das Amt des Generalrevisors für finanzielle Angelegenheiten wurde erst 2014 von Papst Franziskus neu eingerichtet. Es wird seit 2017 durch den italienischen Finanz- und Wirtschaftsexperten Alessandro Cassinis Righini ausgeübt. Zu seinen Aufgaben gehört die Prüfung der Bilanzen aller Behörden und Ämter des Heiligen Stuhls, ferner gegebenenfalls die Meldung finanzieller Unregelmäßigkeiten an den vatikanischen Wirtschaftsrat.

Heimliche Finanztransaktionen verhindern

Im Falle eines unbesetzten Papststuhles berichtet er direkt an den Camerlengo (Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche), der bis zur Wahl eines neuen Papstes die Amtsgeschäfte leitet. In der Phase der Sedisvakanz ist er neben dem Dekan des Kardinalskollegiums eine der leitenden Personen im Vatikan.

Die Kurienverfassung „Praedicate evangelium“, die Papst Franziskus vor einem Jahr in Kraft gesetzt hatte, hatte nicht geregelt, wer während einer Sedisvakanz die Tätigkeit des Generalrevisors übernimmt. Die neue Regelung soll „heimliche Finanztransaktionen“ der Vatikanbehörden in dieser Übergangszeit verhindern, so die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Während einer Sedisvakanz verlieren alle sonstigen die Behördenleiter ihre Ämter, während die Sekretäre geschäftsführend im Amt bleiben. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Camerlengo Heiliger Stuhl KNA - Katholische Nachrichten Agentur Papst Franziskus Papstwahl Pietro Parolin Päpste Sedisvakanz

Weitere Artikel

Das aufgeblähte Mediendikasterium des Vatikans ist fest in italienischer Hand. Was die neue Präfektin Maria Alvarado dort erwartet.
20.06.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser

Kirche

Nachdem die Szene im Internet als eucharistisches Wunder gedeutet wurde, stellt Pfarrer Brent Bowman klar: Er habe eine „persönliche geistliche Erfahrung“ gemacht.
18.09.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
19.09.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss
Trump beruft Bischof Barron in die Kommission für internationale Religionsfreiheit. Das lässt hoffen, dass er die oft so befremdlich agierende US-Regierung mit Augenmaß zum Nachdenken anregt.
18.09.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Der Heilige Stuhl hat mehrere protokollarische Wünsche der französischen Regierung für die Reise Leos XIV. abgelehnt.
16.09.2026, 18 Uhr
Meldung