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„Missbrauch der Synodalität“

George Pell übte massive Kritik am Arbeitsdokument für die kontinentale Phase der Weltsynode. Manipulationen sind möglich.
George Pell übte massive Kritik am Arbeitsdokument für die kontinentale Phase der Weltsynode.
Foto: Giuseppe Lami via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Kurz vor seinem Tod übte der Kurienkardinal George Pell massive Kritik am Arbeitsdokument der Weltsynode für die kontinentale Phase.

Der kürzlich verstorbene australische Kardinal George Pell hat in einem posthum veröffentlichten Text das vom vatikanischen Synodensekretariat veröffentlichte Arbeitsdokument für die kontinentale Phase des Synodalen Wegs als „Potpourri neuzeitlichen guten Willens“ kritisiert. Der Text sei keine Zusammenfassung des katholischen Glaubens oder der Lehre des Neuen Testaments. Aus Sicht des Kardinals weist der Text gravierende Defizite auf: Er sei unvollständig, stehe der apostolischen Überlieferung auf merkliche Weise ablehnend gegenüber und erkenne an keiner Stelle das Neue Testament als das Wort Gottes an, das für alle Lehren über den Glauben und die Moral normativ sei. Das Alte Testament, so Kardinal Pell, werde übergangen, die Patriarchen ausgemustert und das Gesetz des Mose, die Zehn Gebote, werde ebenfalls nicht bedacht.

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Deutliche Warnung

Mit Nachdruck warnt der frühere Kurienkardinal vor einem Weiter-so: „Kontinuierliche Treffen dieser Art vertiefen Spaltungen und ein paar Wenige können das Durcheinander und den guten Willen ausnutzen. Die ehemaligen Anglikaner unter uns weisen zu Recht auf die tiefer werdende Verwirrung hin, den Angriff auf die überlieferte Moral und die Einführung eines neomarxistischen Jargons über Exklusion, Entfremdung, Identität, Marginalisierung, fehlendes Mitspracherecht oder LGBTQ in den Dialog sowie die Verdrängung christlicher Begriffe wie Vergebung, Sünde, Opfer, Heilung und Erlösung. Warum dieses Schweigen über das Leben nach dem Tod mit seinem Lohn oder seiner Strafe, über die vier Letzten Dinge: Tod und Gericht, Himmel und Hölle?“

Manipulationen möglich

Skeptisch äußert sich Kardinal Pell auch zum Verfahren selbst: Keinem der Synodenteilnehmer sei mit dem Beschluss der Synode gedient, dass Abstimmung nicht erlaubt sei und keine Vorschläge unterbreitet werden können. Nur die Ansichten des Organisationskomitees an den Heiligen Vater weiterzugeben, damit er entscheiden könne, sei „ein Missbrauch der Synodalität, ein Beiseiteschieben der Bischöfe, das durch die Schrift oder die Überlieferung nicht gerechtfertigt ist. Es ist kein ordnungsgemäßes Verfahren und anfällig für Manipulationen.“ DT/reg

Lesen Sie in der kommenden Tagespost weitere Hintergründe zu den kritischen Artikeln des verstorbenen Kardinals George Pell.

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