Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Fiducia Supplicans

Maria 1.0 kritisiert Glaubenspräfekt Fernández

Die Initiative sieht in der aktuellen Stellungsnahme von Glaubenspräfekt Kardinal Victor Manuel Fernández weiteren Klärungsbedarf in Bezug auf die Segnungen von Paaren und Einzelpersonen.
Kardinal Fernandezz zu Fiducia Supplicans
| Für die Initiative "Maria 1.0" ist eine nichtliturgische Segnung „etwa so sinnig wie ein außerrechtlicher Vertragsabschluss".

Die Initiative „Maria 1.0“ hat die aktuelle Stellungnahme des Glaubenspräfekten, Kardinal Victor Manuel Fernández, zu „Fiducia Supplicans“ kritisiert und ihm "reguläre Irreguliertheit" vorgeworfen. In einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung schreibt die Initiative, zwar gebe es „nun für alle Seiten erheblich mehr Klarheit, was das Dikasterium tatsächlich gestattet sehen will“ – allerdings bestehe weiterhin Klärungsbedarf, denn Verwirrung entstehe „durch die Formulierung, dass ein irreguläres Paar gesegnet würde, obwohl das Richtbeispiel für die Segensformel“ von Fernandez in Bezug auf auf ein geschieden-wiederverheiratetes Paar „explizit nur Einzelne betrifft“. 

Lesen Sie auch:

Weiter kritisiert „Maria 1.0“ die in der römischen Erklärung vorgenommene Unterscheidung von „traditionellen, ,liturgischen oder rituellen‘ und ,spontanen oder seelsorgerisch motivierten‘ Segnungen“, sei doch eine nichtliturgische Segnung „etwa so sinnig wie ein außerrechtlicher Vertragsabschluss, mit einem Wort, eine contradicitio in adjecto“.

Trennung von priesterlichem und kirchlichem Wirken ist Heterodoxie 

Liturgie finde immer statt, wo ein Kleriker im Namen der Kirche agiere, so die Initiative. Die Frage sei: „Wenn ein Priester einen Segen aber nicht im Namen der Kirche spendet, in wessen Namen handelt er dann?“ Sollte der „Vorwurf der Heterodoxie zutreffen“, den der Glaubenspräfekt in seiner Stellungsname zurückweise, „dann eben in der Idee einer solchen Trennung priesterlichen und kirchlichen Wirkens“.

Ein Vergleich mit dem Segen der Eltern über ihr Kind verbiete sich, findet die Initiative, „da diese nicht aus der göttlichen Vollgewalt herrühren, die Christus Seiner Kirche verliehen hat, sondern aus der natürlichen Struktur der Familie; sie sind eigentlich als Segnungen im analogen Sinne zu bezeichnen“.  DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Jesus Christus Kardinäle Maria 1.0 Segnungen

Weitere Artikel

Wenn auch der ungerechte Richter die Bitte erhört, wie barmherzig muss Gott dann erst sein? Es gilt also, sich stetig um Wachstum in Gebet und Glaube zu bemühen.
18.10.2025, 21 Uhr
Andrzej Kucinski
Es ist nichts anderes als „frommer“ Betrug, wenn der kirchliche Segensritus als Bitte um helfende Gnade zur Legitimierung von irregulären Lebensverhältnissen eingesetzt wird.
17.07.2025, 17 Uhr
Regina Einig

Kirche

In Sagunto hält eine katholische Bruderschaft daran fest, keine Frauen aufzunehmen – und gerät damit in Konflikt mit der Regierung.
25.03.2026, 10 Uhr
José García
In keinem spanischen Bistum entscheiden sich proportional zur Bevölkerungsdichte gesehen mehr junge Männer für den Priesterberuf als im Erzbistum Toledo. Wie ist das zu erklären?
24.03.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Wegen des Krieges im Nahen Osten sagt der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pizzaballa, zentrale Feiern der Heiligen Woche ab – und spricht den Gläubigen Mut zu.
24.03.2026, 10 Uhr
Meldung