Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Atemwegserkrankung

Franziskus kuriert sich aus

Der Papst leidet an einer polymikrobiellen Atemwegserkrankung. Das „komplexe Krankheitsbild“ erfordert einen längeren Aufenthalt in der Gemelli-Klinik.
Anteilnahme zum Gesundheitszustand des Papstes
Foto: IMAGO/Stefano Costantino (www.imago-images.de) | Franziskus war am vergangenen Freitag wegen einer Bronchitis in die Gemelli-Klinik eingeliefert worden.

In Rom richtet man sich auf einen längeren Krankenhausaufenthalt des Papstes ein. Wie das Presseamt des Vatikans am Montagmittag mitteilte, handele es sich bei Franziskus um ein „komplexes Krankheitsbild“, das einen angemessenen Aufenthalt in der römischen Gemelli-Klinik erfordere. Der Papst leide an einer polymikrobiellen Atemwegserkrankung, deren Behandlung erneut an die jüngsten Befunde angepasst werden müsse. Die Generalaudienz am kommenden Mittwoch wurde bereits abgesagt. 

Klinische Werte außer der Norm

Zunächst hatte es geheißen, dass der Papst wegen einer Bronchitis am vergangenen Freitag in die Gemelli-Klinik eingeliefert worden sei. Bei Franziskus habe das bis dahin verabreichte Cortison nicht mehr gewirkt. Die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ berichtete am Sonntag unter Berufung auf eine anonyme Quelle im Vatikan, alle klinischen Werte des Papstes seien außerhalb der Norm gewesen.

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Außerdem habe die Gefahr bestanden, dass die Atemwegserkrankung von Franziskus chronisch werde und in eine lebensgefährliche Lungenentzündung umschlagen könne. Bei den Audienzen vor dem Krankenhausaufenthalt hatte der 88-Jährige schon mehrfach die vorbereitete Ansprache von Mitarbeitern verlesen lassen. 

Telefonat mit Gaza-Pfarrei 

Bereits am Sonntag hatte Vatikansprecher Matteo Bruni mitgeteilt, dass ihm die Ärzte des Krankenhauses „absolute Ruhe“ verordnet hätten. Allerdings verbringe der Papst ruhige Nächte, lese am Tag Zeitung, bete und arbeite ein wenig. Auch habe er von der Klinik aus wieder mit der katholischen Pfarrei im Gaza-Streifen telefoniert, was er zuvor fast täglich tat. Bilder vom Papst im Krankenhaus, etwa mit Krankenschwestern oder bei einem Kurzbesuch auf der Kinderstation, gibt es dieses Mal nicht.

Besuch in „Cinecittà“ abgesagt

Das Jubiläum der Künstlerinnen und Künstler zum Heiligen Jahr musste deshalb jetzt ohne den Papst stattfinden. Am Sonntag verlas der für Kultur und Bildung zuständige Kurienkardinal José Tolentino Calaça de Mendonça im Petersdom vor den Kulturschaffenden eine Predigt des Papstes.

Am Vortag war bereits die bisher jeden Samstag stattfindende Sonderaudienz für Pilgerinnen und Pilger zum Heiligen Jahr ersatzlos gestrichen worden. Auch das traditionelle Sonntagmittags-Gebet des Papstes mit den Gläubigen auf dem Petersplatz und sein für den heutigen Montag geplanter Besuch in den römischen Filmstudios „Cinecittà“ wurden abgesagt.  DT/gho

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