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Ein Sohn des heiligen Augustinus

Franziskus II.? Nein. Papst Leo XIV. stellte sich bei seinem ersten Auftritt im Vatikan in die Tradition seiner drei Vorgänger.
Leo XIV. auf dem Balkon des Petersdoms
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Wieder ein Ordensmann, erstmals ein Augustiner: Papst Leo XIV.

Der erste Eindruck des neuen Papstes erinnerte an Johannes Paul II. und Benedikt XVI.: Leo XIV. entschied sich bei seinem ersten Auftritt auf dem Balkon des Petersdoms für die traditionelle rote Mozetta und die „Stola der vier Evangelisten“, die auch seine Vorvorgänger bei ihrem Einstand getragen hatten – im Unterschied zu Franziskus. Noch deutlicher wurde der Brückenschlag des neuen Pontifex zu Benedikt XVI. und dem heiligen Johannes Paul II. in seiner Ansprache. Sein Aufruf, ohne Angst in die Zukunft zu gehen, erinnerte an die berühmte Begrüßung Johannes Pauls II. am 16. Oktober 1978: „Habt keine Angst“.

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Und auch die Seelenverwandtschaft des neuen Pontifex mit Benedikt XVI. wurde deutlich, als sich der vormalige Generalprior des Augustinerordens als „Sohn des heiligen Augustinus“ vorstellte, aus dessen Werk auch sein Wahlspruch „Nos multi in illo uno unum“ (In dem Einen sind wir vielen eins) stammt. Der Kirchenvater aus Hippo (354-430), den Papst Benedikt als seinen eigentlichen Lehrer betrachtete, wurde so zum theologischen Bindeglied zwischen einem Dogmatiker und einem Kirchenrechtler.

Dass Papst Leo die synodale Kirche, das Erbstück seines unmittelbaren Vorgängers, in seiner Ansprache erwähnt hat, ist kein Grund zur Irritation. Vielmehr darf man aufgrund seiner früheren Stellungnahmen zu den Streitthemen Frauenweihe, LGBTQ und Kirchenverständnis ausschließen, dass er unter einer synodalen Kirche die synodalen Irrwege deutschen Zuschnitts versteht. 

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