Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vor der fünften Synodalversammlung

Hier wird der Grundfehler des Synodalen Wegs deutlich

Auch über die Präambel wird auf der fünften Synodalversammlung abgestimmt. Darin erkennt man, wie das Thema Missbrauch zur Rechtfertigung von Reformen genutzt wird.
Tag 2 der vierten Synodalversammlung des Synodalen Weges
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Monokausal wird in der Präambel die „Krise der Kirche, die sich in den Verbrechen der sexualisierten Gewalt und deren Vertuschung zeigt“, zur Ursache der „tiefen Krise des Glaubens“ erklärt.

In der Präambel, über die auf der fünften Synodalversammlung in dieser Woche erneut abgestimmt wird, wird der Grundfehler des Synodalen Wegs deutlich: Die Funktionalisierung des Themas sexueller Missbrauch zur Durchsetzung tiefgreifender Veränderungen der Kirchenverfassung sowie der Glaubens- und Sittenlehre. „Es ist unverzichtbar, Schuld offen zu bekennen und auch die strukturellen Ursachen dieser Schuld aufzuarbeiten. Der Missbrauch darf in der Kirche nicht systemisch begünstigt werden“, heißt es zu Beginn der Präambel.

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Faktisch wird jeder, der für das Bestehende und in der Kirche Geltende einsteht, sowie alle verbindlichen Inhalte unter Generalverdacht gestellt: Die Struktur der Kirche und ihre Repräsentanten sind Teil eines Systems der Missbrauchsbegünstigung.

„Institutionelle Veränderungen“ mit weitreichenden Folgen

Als Ursachen, die die „frohe Botschaft in unserer Kirche verdunkeln und ihren Sendungsauftrag im säkularen Umfeld schwer behindern“, werden genannt: „der geistliche Missbrauch, der Machtmissbrauch durch Klerikalismus und Inkompetenz, die Missachtung von Frauen und von Menschen, die nicht der binären Ordnung von männlich und weiblich entsprechen, nicht zuletzt lebensfeindliche Verengungen der kirchlichen Sexualmoral“. Monokausal wird in der Präambel die „Krise der Kirche, die sich in den Verbrechen der sexualisierten Gewalt und deren Vertuschung zeigt“, zur Ursache der „tiefen Krise des Glaubens“ erklärt. Ziel sind „institutionelle Veränderungen“ mit weitreichenden Folgen.

Faktisch leugnet die Erklärung das Recht des Papstes, im Namen der Einheit der Kirche zu intervenieren. Kardinal Luis Ladaria, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, hat die Strategie durchschaut und dies im November den deutschen Bischöfe auch gesagt: „Es versteht sich von selbst, dass alles getan werden muss, um weiteren Missbrauch an Minderjährigen zu verhindern, aber dies darf nicht bedeuten, das Geheimnis der Kirche auf eine bloße Machtinstitution zu reduzieren, oder die Kirche von vornherein als eine strukturelle Missbrauch hervorbringende Organisation zu betrachten, die so schnell wie möglich unter die Kontrolle von Oberaufsehern gebracht werden muss“.  DT/reg

Lesen Sie eine ausführliche Analyse der Präambel des Synodalen Wegs in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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