Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Eucharistische Prozession in den USA

Zwei Monate und 10.000 Kilometer mit der Eucharistie

Die größte Eucharistie-Prozession der Weltgeschichte findet diesen Sommer in den USA statt.
Eucharistic Revival
Foto: Eucharistic Revival | Am Pfingstsonntag werden aus vier Ecken der USA Prozessionen starten, die über neun Wochen Richtung Indianapolis reisen werden, um dort zum Start des Kongresses rechtzeitig anzukommen.

Bigger is better - so heißt es ja oftmals, sobald man über die USA spricht. In den Vereinigten Staaten muss praktisch immer alles größer sein als hier in Europa - und jedem europäischen Touristen wird schnell auffallen, dass das stimmt. So kann es auch im religiösen Bereich gar nicht anders sein. Bislang hatte die katholische US-Kirche keine große Kultur an Wallfahrten und Prozessionen. Doch das wird sich diesen Sommer ändern.

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Als Teil des Eucharistic Revival, also der Eucharistischen Erneuerung, welche die Bischofskonferenz ausgerufen hat, wird vom 17. bis 21. Juli ein Eucharistischer Kongress in Indianapolis im Bundesstaat Indiana stattfinden, bei dem das Footballstadion der Indianapolis Colts gefüllt und eine Woche Jesus in der Eucharistie gefeiert und angebetet werden soll. Auch „Die Tagespost“ wird dabei sein. Doch zuvor wird Jesus in der Monstranz über 10.000 Kilometer durchs Land getragen. So soll Christus im allerheiligsten Sakrament die USA, ein Land, das derzeit so gespalten ist, segnen und Hunderttausende, vielleicht Millionen Menschen zu einer ganz neuen Beziehung mit Ihm einladen. Es wird — bigger ist immerhin better — die größte Eucharistische Prozession der Weltgeschichte.

Prozessionen starten aus vier Ecken der USA

Karte der vier Routen
Eine Route startet im Westen an der Golden Gate Bridge, eine andere im südlichsten Teil von Texas in einer Ortschaft namens Corpus Christi („Leib Christi“).

Am Pfingstsonntag werden aus vier Ecken der USA Prozessionen starten, die über neun Wochen Richtung Indianapolis reisen werden, um dort zum Start des Kongresses rechtzeitig anzukommen. Auf jeder Route werden je zwei Seminaristen und sechs junge Laien-Missionare ihre gesamte Route mit Jesus schreiten, der stets von einem Priester in der Monstranz durch das Land getragen wird.

Eine Route startet im Westen an der Golden Gate Bridge, eine andere im südlichsten Teil von Texas in einer Ortschaft namens Corpus Christi („Leib Christi“). Im Osten beginnt eine Route in Connecticut und verläuft durch Manhattan, Philadelphia und Washington, D.C. Die Nordroute beginnt an der Quelle des Mississippi-Flusses in Minnesota und wird durch historische Städte, oftmals von deutschen Einwanderern dominiert, wie Minneapolis, Milwaukee und Chicago, schreiten. Dabei wird sie auch am Wallfahrtsort von Unserer Lieben Frau von Champion in der Nähe von Green Bay, Wisconsin, Halt machen, an der die bislang einzige vom Vatikan anerkannte Marienerscheinung der USA stattgefunden hat. Schlussendlich bilden die vier Routen die Form eines Kreuzes über die amerikanische Karte.

Ich selbst werde als einer der Laien-Missionare die nördliche Route von Minnesota nach Indianapolis beschreiten. Über diese zwei Monate werden wir Missionare jeden Tag mit Jesus im allerheiligsten Sakrament wallfahren, für das Land beten und den Menschen, denen wir am Weg begegnen werden, dienen. Jeden Tag werden wir bei Gastfamilien oder im Pfarreihaus oder anderswo nächtigen, den Tag mit einem Gottesdienst starten, und ab dann in Prozession, manchmal in Stille, manchmal im Gesang, zum nächsten Ort wandern, wo wir den Tag mit einer Veranstaltung über die Eucharistie oder Anbetung abschließen werden. Und dabei hoffen wir, dass viele Amerikaner auf ganz neue und persönliche Art Jesus kennenlernen dürfen.

Die Augen ganz auf Jesus in der Eucharistie richten

In einem solch polarisierendem Jahr, mit den Präsidentschaftswahlen im Herbst, wollen wir die Augen ganz auf Jesus in der Eucharistie richten. Ja, man darf wohl sagen, was vielleicht unsere Welt, und ein jeder von uns heute, mehr denn je braucht, ist eine Priorität der Eucharistie. In der Eucharistie dürfen wir Jesus stets ganz neu und ganz liebend kennenlernen, hier unser Gottesbild korrigieren und lernen.

Hier dürfen wir erkennen, dass Gott weder uns teilnahmslos und ignorant in den Schwierigkeiten unseres Lebens beobachtet noch wütend und voll Zorn auf uns herabblickt, wenn wir nicht genau das tun, was Er will, sondern dass Er uns liebt, mehr als wir es uns in diesem Leben je vorstellen könnten (und dass Er sich so klein für uns gemacht hat, dass wir Ihm in einer kleinen Hostie antreffen können). In der Eucharistie dürfen wir Ihn kennenlernen und eine persönliche Beziehung mit Ihm eingehen. Er lädt uns ein, mit Ihm ein Eucharistisches Leben zu führen. Dies etwas mehr zu lernen ist das Ziel von all uns Missionaren. Aber es ist auch unsere Hoffnung, viele andere dort, vor das Sakrament, hinzuführen, damit auch sie Seine Liebe spüren.

In den nächsten Wochen werde ich Sie deshalb auf die Reise mitnehmen und immer wieder davon berichten, wie dieses zumindest größentechnisch monumentale Event verlaufen wird, und was wir in dieser einmaligen Prozession alles erleben werden. Und nun, nur wenige Tage vor dem Start der Prozession, will ich Sie auch einladen, mitzubeten mit uns. Dass diese Prozession nicht nur bigger ist, als alle vorherigen in der Geschichte, sondern auch, dass sie viele Herzen für Christus entflammen wird.

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Kai Weiß Die Tagespost Eucharistie Jesus Christus Monstranzen Sakramente Wallfahrtsorte

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