In der katholischen Kirche St. Johannes in Oslo ist ein Gebetsort für verfolgte Christen entstanden. Im Mittelpunkt steht eine Ikone der Gottesmutter Maria, „Mutter der verfolgten Christen“. Die Initiative geht auf Pater Benedict Kiely zurück, einen englischen Priester des Personalordinariats Unserer Lieben Frau von Walsingham und Leiter der Hilfsorganisation „Nasarean“. Weltweit lädt er Bischöfe dazu ein, solche Heiligtümer einzurichten – sie gibt es bereits in New York, London, Stockholm, Astana und Qaraqosh im Irak. Ziel ist es, auf das Schicksal von Millionen Christen aufmerksam zu machen, die weltweit Verfolgung, Diskriminierung oder Gewalt ausgesetzt sind.
Bischof Fredrik Hansen von Oslo griff die Anregung auf. Dass ein solches Heiligtum in Norwegen entsteht, mag zunächst überraschen. Doch die katholische Kirche im Land vereint Gläubige aus mehr als 180 Nationen, darunter viele mit eigener Verfolgungserfahrung.
Sammeln und verbreiten, „was weltweit gegen Christen geschieht“
In seiner Predigt erklärte Hansen, in St. Johannes entstehe „ein Heiligtum – ein Ort, zu dem die Gläubigen, getrieben von Frömmigkeit, pilgern, um zu beten“. Dieser Ort solle die Gläubigen „im Gebet für die verfolgten Christen versammeln“ und Verbundenheit, konkrete Fürsorge und Mitgefühl sichtbar machen.
Bischof Hansen betonte, das neue Heiligtum sei auch ein Auftrag zur Information. Man wolle sammeln und verbreiten, „was weltweit gegen Christen geschieht“, denn viele wüssten nicht, „wie groß das Ausmaß ist und wie stark der Hass gegen Christen ist“. In den Medien finde das Thema zu wenig Beachtung.
Der Einsatz für verfolgte Christen solle das Bistum Oslo künftig prägen, so Hansen. Als sichtbares Zeichen werde die Kathedrale regelmäßig rot beleuchtet – „als Erinnerung an unsere verfolgten Brüder und Schwestern“. Besonders wichtig sei ihm, dass Gläubige aus Ländern der Verfolgung selbst eine tragende Rolle übernehmen. Abschließend mahnte er zur Wachsamkeit auch in Europa, wo Hassverbrechen gegen Christen zunähmen. „Auch die Religionsfreiheit steht unter Druck – ein Druck, der oft dadurch entsteht, dass andere Rechte oder vermeintliche Rechte der Glaubensfreiheit gegenübergestellt werden.“ DT/jg
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