Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich, besser bekannt als „Missio“, erhalten einen neuen Nationaldirektor. Pfarrer Johannes Laichner übernimmt mit 1. September die Leitung aus den Händen von Zisterzienserpater Karl Wallner, der Missio in Österreich seit zehn Jahren führt. Der 44-jährige Tiroler wurde auf Vorschlag der Österreichischen Bischofskonferenz von der zuständigen vatikanischen Behörde für eine Amtszeit von fünf Jahren ernannt. Pater Karl Wallner wird nach zwei Amtszeiten an der Spitze der in Wien ansässigen Missio in sein Heimatkloster Stift Heiligenkreuz zurückkehren und dort neue Aufgaben übernehmen.
Als amtierender Nationaldirektor erklärte Karl Wallner zu der am Dienstag bekannt gegebenen Ernennung: „Pfarrer Johannes Laichner ist es gelungen, als junger, dynamischer Diözesandirektor in seiner Tiroler Heimatdiözese großes Interesse für die Weltkirche zu wecken! Er hat in Kamerun vor Ort erlebt, wie die Kirche in Afrika tickt: Er kennt ihre innige, frohe Gläubigkeit ebenso wie die Herausforderungen durch Armut, medizinische Unterversorgung und Analphabetismus. Der Beginn seiner Amtszeit fällt zusammen mit der Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen, der es als Nationaldirektor für die USA verstand, die Menschen über die Medien zu begeistern: sowohl für einen klaren katholischen Glauben als auch für eine großherzige, konkrete Nächstenliebe. Je mehr wir die Weltkirche bekannt machen und sie unterstützen, desto mehr werden wir hier gesegnet werden.“ Er freue sich über diese Personalentscheidung des Heiligen Stuhles.
Mit Johannes Laichner übernimmt ein Priester die Leitung von Missio Österreich, der Seelsorge, Wissenschaft und weltkirchliches Engagement miteinander verbindet. 1982 in Tirol geboren, maturierte er am Stiftsgymnasium Stams und studierte an der Universität Innsbruck Katholische Theologie sowie Klassische Archäologie. Nach ersten pastoralen Erfahrungen in mehreren Tiroler Pfarreien wurde er 2007 zum Diakon geweiht und absolvierte einen Studienaufenthalt in Rom. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn zu zwei Promotionen: 2008 in Katholischer Theologie mit Schwerpunkt Sakramententheologie und 2011 in Klassischer Archäologie mit Fokus auf frühchristliche Archäologie. Am 29. Juni 2008 wurde er in Innsbruck zum Priester geweiht.
Seit Oktober 2019 ist Laichner als Missio-Diözesandirektor in Tirol tätig. Projektbesuche führten ihn in Länder des Globalen Südens, wo Missio Bildungs-, Sozial- und Pastoralprojekte unterstützt. Mit dem Wechsel an die Spitze von Missio Österreich wird er sein Amt als Diözesandirektor niederlegen. Neben seinem weltkirchlichen Engagement wirkte Laichner als Leiter des Seelsorgeraums Inntal und betreute als Pfarrer mehrere Gemeinden. Mit dem Wechsel nach Wien wird er diese Aufgaben ebenfalls übergeben. DT/sba
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